Aktuelle Nachrichten

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Röm.-kath. Bischof von Basel, Dr. Kurt Koch, designierter Präsident des Päpstlichen Einheitsrates (Foto: Bistum Basel).

  Vatikan: Schweizer Bischof Koch neuer "Ökumene-Minister"   30.06.2010

Rom (epd). Der deutsche Kurienkardinal und bisherige „Ökumene-Minister“ des Vatikans, Walter Kasper, geht in den Ruhestand und wird vom Baseler Bischof Kurt Koch abgelöst.

Entsprechende Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus“ wurden dem Evangelischen Pressedienst (epd) aus dem Vatikan nahestehenden Kreisen bestätigt. Demnach soll der Wechsel an der Spitze des Päpstlichen Einheitsrates in der nächsten Woche offiziell vom Vatikan verkündet werden. Kasper war 2001 zum Kardinal und Präsidenten des Päpstlichen Einheitsrates zur Förderung der Einheit der Christen berufen worden. Zuvor war er Bischof von Rottenburg-Stuttgart.

Kaspers Nachfolger Koch arbeitete bereits als Mitglied im Einheitsrat und widmete sich auch in der Schweizer Bischofskonferenz ökumenischen Fragestellungen. Der Einheitsrat regelt die vatikanischen Kontakte mit der orthodoxen Kirche sowie den weltweiten Gemeinschaften der Anglikaner, Lutheraner, Reformierten, Baptisten, Methodisten sowie Pfingstkirchen. Außerdem ist er für die religiösen Beziehungen zum Judentum zuständig.

 



Feierliche Rezipierung des Postulanten Klaus Kunerl als Rechtsritter in den Deutschen Tempelherren-Orden OMCT in der Celler Marktkirche St. Marien (Foto: Cellesche Zeitung)

  Deutscher Tempelherren-Orden feiert 53. Generalkapitel in Celle   28.06.2010

Hannover (OMCT). Der Deutsche Tempelherren-Orden OMCT feierte am 26. Juni 2010 unter reger Teilnahme sein 53. Generalkapitel in der niedersächsischen Fachwerkstadt Celle.

Den offiziellen Auftakt bildete der Empfang durch den 2. Bürgermeister der Stadt Celle, Hans-Herbert Encke, im Alten Rathaus.

Der ökumenische Rezipierungsgottesdienst wurde im Anschluss an die durch einen Gospelchor lebhaft gestaltete Gemeindeveranstaltung "Musik und Wort" in der evangelisch-lutherischen Marktkirche St. Marien unter Leitung des Gemeindepastors Martin Prüwer, des römisch-katholischen Pfarrers Langer und des alt-katholischen Priors Dr. Manfred Schneider gefeiert. Während des Gottesdienstes wurden ein neuer Rechtsritter und zwei neue Postulanten in den Orden aufgenommen.

Das Generalkapitel, die Jahreshauptversammlung des Ordens, wählte den Rechtsritter Fred Nowak, Hannover, zum neuen Ordenssekretär. Er folgt dem aus dem Amt scheidenden Ordenssekretär Thomas Henning, Hannover, nach.

Beim festlichen Abendessen im Ratskeller konnte Ordensmeister Hans-Dieter Köhler den aus Celle stammende Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und stellvertretenden Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Jörg Bode (FDP), als Ehrengast begrüßen. Er referierte über die wirtschaftspolitischen Ziele der Landesregierung.

 



Auch wenn noch ein Jahr Zeit ist, laufen die Vorbereitungen für den Kirchentag in Dresden bereits auf Hochtouren (Foto: epd-bild / Steffen Giersch)

  Kirchentag möglicherweise mit gemeinsamem Abendmahl   28.06.2010

Dresden (epd). Beim Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden werden Eheleute unterschiedlicher Konfessionen möglicherweise erstmals offiziell ein gemeinsames Abendmahl feiern können.

Er halte ein gemeinsames Abendmahl für realisierbar, sagte der evangelische Präsident des 2. Ökumenischen Kirchentages, Eckhard Nagel, am Mittwoch in Dresden. Der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 1. bis 5. Juni nächsten Jahres in der sächsischen Landeshauptstadt unter dem Motto "...da wird auch dein Herz sein" statt. Dazu werden rund 100.000 Dauerteilnehmer erwartet.

Stimmen für ein gemeinsames Abendmahl

Nagel sagte, es sei ein Zeichen der Reformwilligkeit, dass sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz zusammen für ein gemeinsames Abendmahl von Eheleuten einsetzen wollen. Die Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentages, Ellen Ueberschär, ergänzte, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, werde in dieser Angelegenheit nach Rom fahren. Stimmt die katholische Kirche dem Vorhaben zu, könnten Eheleute unterschiedlicher Konfession gemeinsam zur Eucharistiefeier eingeladen werden.

Am Rand des 2. Ökumenischen Kirchentages im Mai in München im Mai hatten sich Gläubige mit einer Menschenkette für ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten eingesetzt. Zudem feierten rund 20.000 evangelische, katholische und orthodoxe Christen einen gemeinsamen Vespergottesdienst an 1.000 Tischen in der Münchner Innenstadt. Das unterschiedliche Abendmahlsverständnis von katholischen und evangelischen Christen gilt seit Jahren als Hindernis zu einer weiteren Annäherung der Konfessionen.

"Wir werden im nächsten Jahr einen außerordentlich ökumenischen Kirchentag erleben", sagte Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt. Gespräche mit dem Bischof vom Bistum Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, hätten in "herzlicher Atmosphäre" stattgefunden. Ein konkretes Ergebnis sei der geplante "Konfirmlingstag", an dem Konfirmanden und Firmlinge den evangelischen Kirchentag gemeinsam besuchen können. Fest verabredet sei zudem ein gemeinsamer Himmelfahrtsgottesdienst am 2. Juni voraussichtlich im neuen Dresdner Stadion.

Themenschwerpunkte stehen fest

Knapp ein Jahr vor Eröffnung des Kirchentages 2011 haben sich die Verantwortlichen zudem auf Themenschwerpunkte verständigt. Im Mittelpunkt der Diskussionen und Veranstaltungen steht den Angaben zufolge neben der Debatte um die Ökumene auch die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit, nach Umwelt- und Globalisierungsfragen und nach europäischen Themen. "Angesichts der vielfältigen Krisen, in denen es wenige Gewinner und eine hohe Zahl an Verlierern gibt, werden wir sowohl über Facetten der Gerechtigkeit als auch über Wege der Veränderung und Möglichkeiten der Einmischung debattieren", sagte Göring-Eckardt.

Der Kirchentag verfügt über ein Budget von rund 14 Millionen Euro. 5,5 Millionen Euro kommen vom Land, zwei Millionen von der Stadt, eine Million von der sächsischen Landeskirche und 400.000 Euro vom Bund. Dazu kommen Teilnehmergebühren sowie die Unterstützung von Sponsoren.

 



Gunnar Nebelung, OMCT, überreicht den Wanderpokal an den Spielführer der Siegermannschaft von der Carl-Humann-Schule in Prenzlauer Berg.

  Mäusecup geht erstmals nach Prenzlauer Berg   01.06.2010

Berlin (OMCT). Nach 27 Jahren ist der alljährlich von der Tempelherren-Grundschule in Berlin-Tempelhof organisierte Mäusecup zum 1. Mal in Prenzlauer Berg gelandet. Die Carl-Humann-Schule gewann am 19. Mai das Turnier um den begehrten Pokal im Jahre 2010.

Großes Aufgebot in der Sporthalle am Friedrich-Ebert-Stadion. Sechs Schulmannschaften aus Berlin kämpfen um den Pokal. Aus Spandau war die Grundschule im Beerwinkel angereist, aus Neukölln war die Christoph-Ruden-Schule dabei, aus Prenzlauer Berg kam die Carl-Humann-Grundschule und aus Tempelhof-Schöneberg vervollständigten die Grundschule im Taunusviertel, die Käthe-Kollwitz-Grundschule und die Tempelherren-Grundschule das Feld.

Zunächst ging es in den Gruppenspielen hoch her und die Zuschauer auf der Tribüne konnten sich über 68 Tore in 6 Spielen freuen.

Dann wurde es richtig dramatisch, als in einem Überkreuzspiele nach Ende der regulären Spielzeit ein 6:6 auf der Anzeigentafel erschien. Nun hieß es Verlängerung und hier setzte sich die Grundschule im Taunusviertel mit 10.7 durch. Das 2. Überkreuzspiel gewann die Carl-Humann-Schule locker mit 8.1 Toren.

In Anwesenheit des Beauftragten des Deutschen Tempelherren-Ordens Herrn Gunnar Nebelung, dem Geschäftsführer der Glaserei Plickert Herrn Möbes und der Schulleiterin der Tempelherren-Grundschule Frau Muttschall folgten nun die 3 Endspiele.

Zunächst unterlag das glücklos Team der Tempelherren-Grundschule den Spandauern mit 1:4.

Dramatischer war das Spiel um Platz 3. Nach hartem Kampf gelang erst in den Schlusssekunden der Christoph-Ruden-Grundschule der Treffer zum 8:7 Sieg.

Das Endspiel wurde von der Carl-Humann-Grundschule dominiert. Die Mädchen und Jungen unter Leitung ihres Trainers Bernd Schröder gewannen deutlich mit 8:4 Toren.

Was nun folgte, war die feierliche Siegerehrung. Zunächst einmal wurde den Schiedsrichtern Tost und Himmelweit für die gute Leitung der Spiele gedankt. Die Offiziellen übergaben die Urkunden, die Pokale, die T-Shirts der Glaserei Plickert und die Preise an die Spielerinnen und Spieler. Unter dem lauten Jubel der Anwesenden wurde zum Schluss der Wanderpokal des Deutschen Tempelherren-Ordens durch Herrn Nebelung an das Siegerteam übergeben. (Klaus-J. Karras)

 



Der katholische Theologieprofessor und Priester Gotthold Hasenhüttl (links) und der evangelische Pfarrer i. R. Eberhard Braun aus Lenningen bei einem ökumenischen Abendmahlsgottesdienst an der Technischen Universität München (Foto: epd

  Hasenhüttel hält "inoffiziellen" Abendmahlsgottesdienst   17.05.2010

München (epd). Mehrere hundert katholische und evangelische Christen haben am Rande des 2. Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) in München einen "inoffiziellen" gemeinsamen Abendmahlsgottesdienst gefeiert.

Die Predigt hielt der Kirchenkritiker und katholische Theologe Gotthold Hasenhüttl aus Saarbrücken. "Ich freue mich, als Zeichen der Verbundenheit das Abendmahl gemeinsam feiern zu können", sagte Hasenhüttl zu Beginn des Gottesdienstes, der in einem überfüllten Hörsaal der Technischen Universität stattfand. Ein kirchlicher Raum konnte nicht gefunden werden.

Der ökumenische Abendmahlsgottesdienst wurde nach einer leicht geänderten sogenannten Lima-Liturgie gefeiert, gereicht wurde Brot und Wein. In seiner Predigt rief Hasenhüttl zum Protest gegen die Trennung bei der Eucharistiefeier auf. Der Konflikt sei kaum zu verstehen, sagte der katholische Priester und zitierte den heutigen Papst Benedikt XVI. Dieser soll 1993 laut Hasenhüttl erklärt haben, die Gegenwart des Herrn sei auch beim evangelischen Abendmahl nicht zu leugnen. "Warum sollte also das Abendmahl verwehrt werden?", so der 76-jährige Theologe.

Gegen geltendes katholisches Kirchenrecht

Hasenhüttl empfing selbst das Abendmahl und teilte es danach auch aus. Er hatte bereits am Rande des 1. ÖKT 2003 in Berlin gegen geltendes katholisches Kirchenrecht evangelische Christen zur Kommunion eingeladen. Daraufhin wurde er vom Priesteramt suspendiert. Drei Jahre später folgte der Entzug seiner kirchlichen Lehrerlaubnis.

Kirchliche Reformgruppen hatten die Aktion als "Privatinitiative" bezeichnet. Der Gottesdienst stand unter dem Motto "Abendmahl-Gemeinschaft ist das Gebot Jesu Christi". Den Gottesdienst an der Technischen Universität München hielt der evangelische Pfarrer im Ruhestand, Eberhard Braun (Lenningen). Er sprach von einer verbotswidrigen Feier, da die römisch-katholische Kirche der Lima-Liturgie nicht zugestimmt habe. Christen müssten dem Herrn jedoch mehr gehorchen als ihren Kirchenleitungen, sagte Braun. In seiner Heimat Baden-Württemberg werde das gemeinsame Abendmahl in ökumenischer Gastfreundschaft "landauf, landab" selbstverständlich gefeiert.

Nur in "schweren Notlagen"

Katholiken ist der Empfang des Abendmahls in einer evangelischen Kirche nicht gestattet. Nach katholischer Lehre wird in den evangelischen Kirchen dieses Sakrament nicht gültig gespendet. An der katholischen Eucharistiefeier dürfen mit wenigen Ausnahmen nur katholische Christen teilnehmen. Ausnahmen gelten etwa in "schweren Notlagen" wie Todesgefahr. Dann können katholische Priester das Sakrament der Eucharistie auch anderen Christen spenden.

In den evangelischen Landeskirchen gibt es die Praxis, alle Getauften einzuladen. Traditionell ist in der evangelischen Kirche die Zulassung zum Abendmahl mit der Konfirmation verbunden. Inzwischen laden viele Gemeinden Eltern auch mit ihren Kindern an den "Tisch des Herrn" ein. Mit den so genannten Lima-Dokumenten verbindet sich die Hoffnung vieler Christen auf ein ökumenisches Abendmahl. Im Jahr 1982 legte die Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen in der peruanischen Hauptstadt Lima einen Text zu den Streitpunkten Taufe, Eucharistie und kirchliches Amt vor.

> Weitere Informationen zur Lima-Erklärung von 1982.

> Originalwortlaut der Lima-Erklärung von 1982.

 



Der katholische Kirchentagspräsident, Alois Glück, und der evangelische Kirchentagspräsident, der Medizinprofessor Eckhard Nagel (Foto: ÖKT).

  ÖKT: „Gemeinsam einen neuen Aufbruch wagen“   17.05.2010

München (idea). „Lasst uns gemeinsam einen neuen Aufbruch wagen!“ Mit diesem Appell haben die Verantwortlichen des 2. Ökumenischen Kirchentages die Gäste des fünftägigen Christentreffens mit mehr als 130.000 Dauerteilnehmern von München auf den Heimweg geschickt.

Beim Abschlussgottesdienst mit rund 100.000 Besuchern auf der Theresienwiese sagte der evangelische Kirchentagspräsident, der Medizinprofessor Eckhard Nagel (Bayreuth/Augsburg), der Kirchentag habe Hoffnung in einer Zeit täglich neuer Verunsicherung gegeben. Eine „Zeitansage“ des Christentreffens sei ein deutliches Nein zu allen wirtschaftlichen Wachstumsutopien. „Wir brauchen ein Wachstum an Mitmenschlichkeit“, so Nagel.

Leiden mit und an der katholischen Kirche

Der katholische Kirchentagspräsident, Alois Glück (Hörzing), beklagte die schwere Vertrauenskrise, in die seine Kirche durch die Missbrauchsfälle geraten sei: „Wir leiden mit und an unserer Kirche.“ Die Laien hofften auf ein partnerschaftliches Engagement mit Bischöfen und Priestern, damit aus der Krise neue Anziehungskraft wachse.

Einladung zu nächsten Kirchen- und Katholikentagen

Die Präses der EKD-Synode, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen) und der sächsische Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) luden zum nächsten Deutschen Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden ein. Eine Einladung zum Deutschen Katholikentag 2012 in Mannheim sprachen Alois Glück als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), aus.

Gott loben und Gerechtigkeit üben

Im Abschlussgottesdienst legten evangelische, katholische, orthodoxe und freikirchliche Geistliche den Lobgesang der Maria (Magnificat) aus. Der amtierende EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), erinnerte daran, dass die Kirchentagsteilnehmer auf dem Treffen „im Namen Gottes nach Recht und Gerechtigkeit gesucht und gefragt“ hätten. Aber es fehle vielfach an Konsequenz und der Bereitschaft, selbst zurückzustecken. Schneider: „Die Hungernden sollen gesättigt werden – aber ohne dass wir Reichen dafür hungern. Die Schwachen sollen mitreden – aber ohne dass wir Starken den Mund halten.“ Gut situierte Christenmenschen träumten nicht von der Umkehrung aller Verhältnisse, sondern allenfalls von friedlicher Veränderung.

Ein Lob der Dankbarkeit

Nach den Worten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Zollitsch, haben Christen auch heute Grund, Gott zu loben und ihm zu danken. Dankbarkeit stärke die Gemeinschaft und mache offen für die Mitmenschen. Dankbare Christen würden zu Menschen, deren Glaube andere anstecke und überzeuge.

Missbrauchsopfer zum Dulden gezwungen

Die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche, Rosemarie Wenner (Frankfurt am Main), kritisierte, dass Schwache von den Starken auch in der Kirche oft zum Dulden beschwichtigt  würden. Mit „Scham und Erschrecken“ habe man von Menschen gehört, die in kirchlichen Einrichtungen missbraucht wurden. „Gott sei Dank“ brächen heute viele ihr Schweigen.

Gottesfurcht bringt Weisheit hervor

Der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos (Bonn) bedauerte, dass die Gottesfurcht heute nicht mehr zu den wichtigsten Werten zähle. Doch sei nach biblischer Aussage „die Furcht des Herrn der Anfang der Weisheit“. „Beides muss zusammenkommen“, so Augoustinos, „sein Heiligsein und unsere Heiligung“.

 



Die Präsidenten des 2. Ökumenischen Kirchentags, Prof. Dr. Dr. Eckhard Nagel und Alois Glück (Foto: caritasmuenchen.de).

  ÖKT: Geplante Vesper ist Signal für die Ökumene   30.04.2010

München (epd). Die beiden Präsidenten des ÖKT in München, Alois Glück und Eckhard Nagel, wollen das Thema Missbrauch offensiv angehen und erwarten Signale für die Ökumene.

Die beiden Präsidenten des Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) in München wollen das Thema Missbrauch offensiv angehen. Der katholische ÖKT-Präsident Alois Glück äußerte in Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) die Hoffnung, dass diese Thematik im Verlauf des Kirchentags nicht alles überdecke. Es werde aber sicher genau beachtet, wie offen und glaubwürdig mit dem Missbrauchsthema umgegangen werde.

Der evangelische ÖKT-Präsident Eckhard Nagel sieht keine Anhaltspunkte, dass sich die gestiegenen Austrittszahlen in der katholischen Kirche auf das Christentreffen Mitte Mai auswirken. Die Anmeldungen verliefen erwartungsgemäß, und der Ökumenische Kirchentag werde ein Großereignis. Beide Präsidenten erwarten vom 2. Ökumenischen Kirchentag Mitte Mai Fortschritte für das Miteinander der christlichen Kirchen.

Gemeinsamkeit zwischen Katholiken und Protestanten gewachsen

Glück, der auch Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist, sagte, das Missbrauchsthema sei ein sehr belastendes Thema für die Bischöfe und die katholische Kirche insgesamt. "Es beschwert sehr viele, es irritiert sehr viele." Dennoch sei das Interesse am Ökumenischen Kirchentag groß. Es gebe eine ausgeprägte Suche nach Orientierung - spirituell aber auch in gesellschaftlichen und politischen Fragen: "Für diese Menschen ist der Kirchentag eine Riesenchance."

Seit dem Ökumenischen Kirchentag 2003 sei die Gemeinsamkeit zwischen Katholiken und Protestanten gewachsen, bilanzierte Glück. Eine einmalige Kraftanstrengung reiche allerdings nicht aus, das bewusste Miteinander müsse gepflegt werden. Der Präsident der katholischen Laienorganisation betonte zugleich: "Die strittigen Fragen können in München nicht gelöst werden."

Evangelisch-katholische Differenzen Ausdruck von Kultur

Auch Kirchentagspräsident Nagel registriert eine größere Selbstverständlichkeit im Miteinander der Konfessionen. Allerdings habe es seit 2003 auch Rückschritte im Gespräch zwischen evangelischer und katholischer Kirche gegeben. Nagel warnt vor einem verengten Ökumene-Begriff, der sich nur auf den Austausch von Papieren und Konferenzen konzentriere. Die in München geplante Vesper nach orthodoxem Ritus gebe ein wichtiges Signale für die ökumenische Entwicklung in Deutschland: "Am Tisch findet nicht nur ein Zwiegespräch zwischen Katholiken und Protestanten statt." Diese Tischgemeinschaft helfe, an anderer Stelle Trennung zu akzeptieren.

Nagel argumentierte, dass die evangelisch-katholischen Differenzen im Amtsverständnis auch Ausdruck der Kultur und Identität seien. "Das lässt sich nicht einfach lösen durch ein gemeinsames Dokument oder eine spirituelle Handlung. Das wäre auch gar nicht sinnvoll."

Der 2. Ökumenische Kirchentag findet vom 12. bis 16. Mai in München statt. Die Veranstalter erwarten rund 100.000 Dauerteilnehmer. Der Ökumenische Kirchentag wird gemeinsam vom Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken veranstaltet. Gastgeber sind die bayerische evangelische Landeskirche und das Erzbistum München und Freising. Der 1. Ökumenische Kirchentag wurde 2003 in Berlin gefeiert.

> Weitere Informationen zum 2. Ökumenischen Kirchentag München 2010

 





  Bahnhofsmissionen feiern 100 Jahre Ökumene   19.04.2010

Hamburg (epd). Die evangelischen und katholischen Bahnhofsmissionen feierten am Samstag das 100-jährige Bestehen ihrer ökumenischen Zusammenarbeit. Bundesweit fanden unter dem Motto "Grenzen überwinden" Tage der offenen Tür statt. Die Bahnhofsmissionen der beiden großen Kirchen sind auf über hundert Bahnhöfen in Deutschland präsent.

"Wenn man schon christlich arbeiten will, warum nicht gemeinsam?" Diese rhetorische Frage führte 1910 zur Gründung der heutigen "Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission in Deutschland" (KKBM). Sie war Vorreiterin für viele Projekte ökumenischer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der offenen sozialen Arbeit.

"Die Bahnhofsmissionen sind stolz darauf, dass sie vielerorts eine Praxis der Kooperation der Konfessionen aufgebaut haben, von der auch andere profitieren können", sagte Christian Bakemeier, Bundesgeschäftsführer der KKBM in Berlin. Das Motto "Grenzen überwinden" erinnere aber auch an die Barrieren, die zwischen Menschen in sozialer, kultureller oder persönlicher Hinsicht bestehen. "Sie zu überwinden ist die tägliche Herausforderung für die Arbeit am Bahnhof."

> Weitere Informationen zu den Bahnhofsmissionen.

 



Landesbischof Ulrich Fischer bei seiner Predigt in der Wittenberger Stadtkirche (Foto: Bernd Buchner).

  Bischof Fischer für Ehrenprimat des Papstes   19.04.2010

Wittenberg (evangelisch.de). Bei einer möglichen Vereinigung von evangelischer und katholischer Kirche könnte der Papst den Ehrenprimat erhalten. Dafür spricht sich der badische Bischof Ulrich Fischer aus. Das Papstamt ist einer der wichtigsten Streitpunkte im ökumenischen Gespräch.

Die Anerkennung eines Ehrenvorrangs für das katholische Kirchenoberhaupt sei ein "bis heute höchst anstößiger, aber für die weitere ökumenische Debatte fruchtbarer Gedanke", sagte Fischer bei einem Gottesdienst am Sonntag in Wittenberg. Der verstorbene Papst Johannes Paul II. (1978-2005) habe ihn in seiner Amtszeit selbst vorgebracht. Es handele sich um einen Vorschlag, "der zu Unrecht auf evangelischer Seite kaum positive Reaktionen ausgelöst hat".

Fischer äußerte sich bei einem Festgottesdienst zum 450. Todestag von Philipp Melanchthon (1497-1560) in der Wittenberger Stadtkirche. Er würdigte den Reformator als "Vorbild des Ausgleichs und der Versöhnung" sowie als "Vorläufer der modernen Ökumene". Melanchthons Bereitschaft, den Papstprimat anzuerkennen, wenn dadurch die Kircheneinheit gerettet werden könne, habe ihm viel Ärger eingebracht, unterstrich der badische Bischof. Das Wirken des Wegbegleiters Luther stehe aber "jeder konfessionellen Selbstgenügsamkeit" entgegen.

Wichtiger ökumenischer Streitpunkt

Das katholische Papstamt mit seinem Anspruch auf ein Primat in Rechtsfragen ist neben dem Abendmahl und der Ämterfrage einer der großen ökumenischen Streitpunkte. Die aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen sowie die Orthodoxie lehnen den Papstprimat als nicht hinreichend biblisch begründet ab. Über einen möglichen Ehrenvorrang, wie ihn etwa der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel in der Orthodoxie hat, wird bereits seit vielen Jahrzehnten immer wieder diskutiert.

Als leitender Geistlicher der Union Evangelischer Kirchen (UEK) ist Fischer der ranghöchste Vertreter der unierten Landeskirchen in Deutschland. In diesen sind sowohl lutherische als auch reformierte Gemeinden vertreten. Der Gedanke eines Ehrenprimats für den Papst im Fall einer Vereinigung der Kirchen war bisher lediglich von Spitzenvertretern der Lutheraner aufgegriffen worden, etwa vom bayerischen Landesbischof Johannes Friedrich, der auch leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist. UEK und VELKD sind sogenannte gliedkirchliche Zusammenschlüsse innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). (Bernd Buchner)

 



Die Handballmannschaft der Tempelherren-Grundschule ist Berliner Meister 2010 (Foto: K.-J. Karras).

  "Tempelherren" erobern Berlin   15.04.2010

Berlin (OMCT). Großer Erfolg für die kleinen Handballer  (1998 und jünger) der Tempelherren-Grundschule in Berlin-Tempelhof. In einem spannenden Endrundenturnier wurde das Team ungeschlagen Berliner Meister 2010 im Hallenhandball.

Es war ein großer Tag für die kleinen Handballer. Das Endrundenturnier fand im Horst-Korber-Zentrum am Olympiastadion statt. Und es waren hochrangige Beobachter anwesend. Immer wieder schauten die Bundesligahandballer der Füchse rein und freuten sich über das muntere Treiben, aber auch über den guten Handball, den sie und die etwa 400 Fans auf den Tribünen zu sehen bekamen.

Gleich im 1. Spiel hatten es die "Tempelherren" mit dem Favoritenteam der Gustav-Dreyer-Schule aus Reinickendorf zu tun. Mit viel Ruhe und Konzentration gingen die "Tempelherren" dieses Spiel an und führten schnell mit 3:0. Dann kamen die Reinickendorfer auf und am Ende retteten die "Tempelherren" ein 7:6 mit viel Geschick über die Zeit.

Im 2. Spiel ging es gegen die Carl-Humann-Schule aus Prenzlauer Berg. Man kennt sich schon lange und viele Spieler sind sich auch schon aus dem Mäusecup bekannt. Heute aber waren die "Humänner" ohne Chance und die "Tempelherren" schossen sie mit 13:4 aus der Halle.

Im 3. Spiel ging es gegen die Borsigwalder-Schule ebenfalls aus Reinickendorf. Es war zunächst ein zähes Spiel und zur Pause führten die "Tempelherren" nur mit 2:1. Aber in der Folgezeit setzte sich ihre sehr konzentrierte Spielweise durch und sie konnten den Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Am Ende stand es 7:2 für die Tempelherren-Grundschule.

Der große Wurf ist gelungen: Die  "Tempelherren" sind Berliner Meister 2010!

 



Die neue Version der Website des Deutschen Tempelherrenordens OMCT.

  Verbesserte Version tempelherrenorden.de online   30.03.2010

Berlin (OMCT). Seit heute ist die überarbeitete Version der Website des Deutschen Tempelherren-Ordens OMCT unter www.tempelherrenorden.de online gestellt.

Die neue Fassung hat einige grafische Veränderungen, u. a. die Verwendung des gültigen Ordenswappens für den Titel. Außerdem sind vier praktische Funktionen hinzugekommen. Auf der Startseite ist das zum einen die Funktion "Mitglied werden" mit einem dahinter liegenden besonderen Kontaktformular und zum anderen die Funktion "Nachrichten per E-Mail". Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit für Mitglieder und Interessierte, den regelmäßig zum Quartalsende erscheinenden Newsletter, der sämtliche aktuellen Nachrichten des vergangenen Quartals und zukünftigen Termine zusammenfasst, zu abonnieren. Auch unter dem Link "Kontakt" findet sich nunmehr ein Kontaktformular, das die Stellung von Anfragen erleichtert. Im Bereich der aktuellen Nachrichten ist zur Verbesserung der Übersichtlichkeit ein Nachrichtenarchiv eingerichtet worden, in dem alle Nachrichten die älter als 365 Tage sind, automatisch abgelegt werden.

Die Website des Ordens wird auch zukünftig weiterentwickelt. Verbesserungsvorschläge und Anregungen sind jederzeit willkommen.

 



Philipp Melanchthon im hohen Alter, Gemälde von Lucas Cranach d. J., 1559.

  Fachmann: Melanchthon ist Vorbild für Ökumene   29.03.2010

Bretten (epd). Vor 450 Jahren starb Philipp Melanchthon (1497-1560). Die Fähigkeit des Reformators und Luther-Gefährten zu Ausgleich und Versöhnung könnte nach Expertenansicht dem ins Stocken geratenen ökumenischen Prozess gut tun.

Der Direktor der Europäischen Melanchthon-Akademie im badischen Bretten, Günter Frank, würdigt die Bedeutung des Reformators für das europäische Geistesleben und die Ökumene. Der Weggefährte Martin Luthers habe die Bildungsvorstellungen und -institutionen in Europa durch seinen humanistischen Geist der Toleranz geprägt, sagte Frank am Donnerstag im badischen Bretten dem Evangelischen Pressedienst (epd). Anlass ist das Melanchthonjahr der evangelischen Kirche. Damit wird an den 450. Todestag des Universalgelehrten erinnert, der am 19. April 1560 in Wittenberg starb.

Für den ins Stocken geratenen ökumenischen Prozess könne die Fähigkeit Melanchthons zum Ausgleich und zur Versöhnung vorbildlich sein, fügte Frank hinzu. In den vergangenen Jahren sei die Bedeutung Melanchthons in der Forschung wiederentdeckt worden, sagte der Theologe, der auch Kustos der Reformationsgedenkstätte Melanchthonhaus in Bretten ist. Der Verfasser wichtiger protestantischer Bekenntnisschriften wie dem Augsburger Bekenntnis ("Confessio Augustana", 1530) und der "Loci Communes" (1521) trete immer mehr aus dem Schatten des übermächtigen Luther heraus.

Noch zu wenig beachtet

Unverständlich sei es, dass Melanchthon als einer der wichtigsten Vordenker des Protestantismus in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) immer noch zu wenig beachtet werde. Angesichts einer "starken Luther-Renaissance" werde das Werk Melanchthons weitgehend ausgeblendet, sagte der Theologe und Philosoph Frank. In der katholischen Kirche werde der Reformator schon länger als ein Vermittler zwischen den christlichen Konfessionen überaus positiv bewertet. Melanchthon sei die Einheit der christlichen Kirche ein Herzensanliegen gewesen.

Melanchthon, der in Bretten bei Karlsruhe geboren wurde und in Wittenberg lehrte, sei als "Praeceptor Germaniae" (Lehrer Deutschlands) eine Geistesgröße von europäischem Rang gewesen, sagte Frank. Der engste Mitarbeiter an Luthers deutschsprachiger Bibelübersetzung habe wichtige Anstöße für die Reform des Schul- und Universitätswesens seiner Zeit gegeben. Für die Ökumene könne Melanchthons Blick auf die verbindenden Traditionen der Kirche hilfreich sein. Protestanten und Katholiken könnten durch die Besinnung auf ihr 1.500 Jahre altes gemeinsames Erbe die Kirche zukunftsfähig machen.

Impulse für das Bildungswesen

Auch für die Entwicklung des Bildungswesens in Europa könne Melanchthon noch immer wertvolle Impulse geben, sagte Frank. Melanchthon habe sich für einen breiten Zugang aller Gesellschaftsschichten zu Bildungseinrichtungen eingesetzt. Gegen den Bologna-Reformprozess zur Errichtung eines europäischen Hochschulraumes hätte Melanchthon entschieden protestiert, sagte Frank. Statt eine "Nivellierung der Hochschullandschaft" in Studiengängen und - abschlüssen anzustreben, hätte der Reformator die unterschiedlichen Profile der Universitäten als Bereicherung verteidigt.

> Weitere Informationen zu Leben und Werk Philipp Melanchthons.

 



Papst Benedikt XVI. besuchte am Sonntag erstmals die evangelisch-lutherische Gemeinde in Rom (Foto: epd-bild/Cristian Genari).

  Papst besucht evangelische Gemeinde in Rom   15.03.2010

Rom (KAP). Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag ein Abendgebet in der deutschen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Rom gefeiert. Es handelte sich um den ersten Besuch des amtierenden Papstes in einem lutherischen Gotteshaus. Die spätwilhelminische Christuskirche nahe dem Park Borghese ist geistliches Zentrum die deutschsprachigen Protestanten in der italienischen Hauptstadt.

Der Wortgottesdienst war nach lutherischem Brauch von Bibellesungen, Gebeten und Gemeindegesang geprägt. Begrüßt wurde der Papst von der Gemeindepräsidentin Doris Esch und von Pfarrer Jens-Martin Kruse. Den Papst begleiteten unter anderem Kardinalvikar Agostino Vallini, Stellvertreter Benedikts XVI. im Bistum Rom, und der Ökumeneverantwortliche Kardinal Walter Kasper.

Esch hieß den Papst als "Bischof von Rom" willkommen. In ihrem Grußwort erinnerte sie an den historischen Besuch Johannes Pauls II. im Jahr 1983 sowie an ein Podiumsgespräch im Jahr 1998, das der damalige Glaubenspräfekt Joseph Ratzinger mit dem Berliner evangelischen Bischof Wolfgang Huber in der Christuskirche führte. Der Weg der Ökumene liege "nicht so sehr im Reflektieren unserer unterschiedlichen Voraussetzungen, sondern in gemeinsamem Tun", sagte die Gemeindepräsidentin.

Auch die einzige Visite von Benedikts XVI. Vorgänger Johannes Paul II. (1978-2005) fand in der römischen Christusgemeinde statt, Anlass war das 500. Geburtsjahr Martin Luthers. Bis dahin hatte seit der Reformation kein Papst eine evangelische Kirche betreten.

> Wortlaut der Predigt von Papst Benedikt XVI. vom 14.03.2010 in der ev.-luth. Christuskirche zu Rom.

 



Ev.-luth. Landesbischof von Braunschweig Prof. Dr. Friedrich Weber (Foto: s. Hübner).

  Ökumenische Arbeitsgemeinschaft bestätigt Bischof Weber als Vorsitzenden   11.03.2010

Heiligenstadt (dpa). Der Braunschweiger Landesbischof und Ökumene-Experte Friedrich Weber (61) bleibt Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Die Mitgliederversammlung der Ökumeneplattform bestätigte Weber am Mittwoch im thüringischen Heiligenstadt für weitere drei Jahre.

Die 1948 gegründete ACK vereinigt derzeit 17 christliche Kirchen, darunter neben der evangelischen und katholischen auch orthodoxe, anglikanische, alt-katholische Kirchen, Freikirchen wie mennonitische oder baptistische Gemeinden sowie die evangelisch-methodistische Kirche.

Zur Eröffnung des Treffens warb Landesbischof Weber für verlässliche Beziehungen zwischen den Kirchen. Zerstrittene Kirchen seien schlechte Zeugen, sagte er. „Die Menschen in Deutschland erwarten von den Kirchen ein glaubwürdiges gemeinsames Zeugnis.“ Gefragt seien gemeinsame missionarische Projekte, sagte der Braunschweiger Bischof.

> Selbstdarstellung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.

 



Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und amtierender Ratsvorsitzender der EKD (Foto: ekir.de).

  EKD: Schneider will Käßmanns Arbeit "zielstrebig" fortsetzten   02.03.2010

Tutzing (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will nach dem Rücktritt von Margot Käßmann als EKD-Ratsvorsitzende weiter für Frieden und eine gerechte Sozialpolitik eintreten.

Nach dem Rücktritt seiner Vorsitzenden, Bischöfin Margot Käßmann, setzt der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf Kontinuität. Der bisherige Stellvertreter Käßmanns, der rheinische Präses Nikolaus Schneider (62), soll bis zur nächsten Synodentagung im November als amtierender Ratspräsident fungieren, beschloss das Leitungsgremium am Samstag auf einer Sitzung in Tutzing.

Friedenspolitik und soziales Engagement

Schneider fülle sein Amt an der Spitze der Rates "mit Klarheit und Tatkraft" aus, sagte die Präses der EKD-Synode, die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt, auf einer Pressekonferenz. Mit seiner "hohen sozialethischen Kompetenz" werde er die unverwechselbare Stimme der evangelischen Kirche in die Gesellschaft bringen. Der EKD gehören rund 25 Millionen evangelische Christen an.

Schneider sagte, er wolle die Arbeit seiner Vorgänger Wolfgang Huber und Margot Käßmann "zielstrebig fortsetzen" und sie zugleich mit "eigenen Akzenten versehen". Als seine wichtigsten Arbeitsfelder nannte er eine an christlichen Grundsätzen orientierte Friedenspolitik, die kraftvolle Weiterentwicklung des kirchlichen Reformprozesses und soziales Engagement, das ihm besonders am Herzen liege. Am Umgang einer Gesellschaft mit ihren schwächsten Mitgliedern zeige sich ihre humane Qualität, sagte Schneider, der die mit 2,8 Millionen Mitgliedern zweitgrößte EKD-Landeskirche repräsentiert.

Nach dem Wunsch kirchlicher Spitzenvertreter soll Schneider auch nach der November-Tagung des Kirchenparlaments den Rat der EKD leiten. Göring-Eckardt sagte, sie würde sich über eine Zusammenarbeit mit Schneider, der hohes Vertrauen in der Synode genieße, über den Herbst hinaus "persönlich sehr freuen". Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich, ebenfalls EKD-Ratsmitglied, sagte vor Journalisten, dass drei unterschiedliche Ratsvorsitzende für ein einziges Jahr zuviel sein könnten. Schneider zeigte sich auf Nachfragen offen für eine Wahl durch die Synode im Herbst, obwohl er selbst eine andere Lebensplanung gehabt habe.

Käßmann soll wichtige Stimme bleiben

Übereinstimmend betonten Friedrich und Synoden-Präses Göring-Eckardt, dass Margot Käßmann mit ihrem "starken Rücktritt" der Kirche einen großen Dienst erwiesen habe. Es sei zu wünschen, dass Käßmann eine wichtige Stimme im deutschen Protestantismus bleibe, so Göring-Eckardt. Präses Schneider betonte, der Abschied Käßmanns stelle einen "noch gar nicht ermessenen Verlust" dar. Aber ihr Schritt sei zu respektieren. Er habe ihr in seiner "Glaubwürdigkeit und Gradlinigkeit" Hochachtung eingetragen.

Nach Angaben Schneiders wird Jürgen Papier, der in wenigen Tagen aus dem Amt als Präsident des Bundesverfassungsgerichts scheidet, künftig die EKD-Kammer für öffentliche Verantwortung leiten. Stellvertretender Ratsvorsitzender wird das älteste Mitglied des Gremiums, der NDR-Journalist Uwe Michelsen (Hamburg). EKD-Kirchenamtspräsident Hermann Barth, der Mitte des Jahres in den Ruhestand gehen wollte, habe seine Entscheidung nach den jüngsten Ereignissen revidiert und werde sein Amt bis Ende November ausüben, so Schneider.

> Weitere Informationen zum Präses Nikolaus Schneider.

 



Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel (Foto: Comunità di Sant'Egidio).

  Vatikan gratuliert Patriarch Bartholomaios   01.03.2010

Vatikanstadt (KAP). Der Vatikan hat Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel zum 70. Geburtstag gratuliert. In einem Glückwunschschreiben würdigte Kardinal Walter Kasper den "unermüdlichen Einsatz" des Ökumenischen Patriarchen für die Zusammenarbeit zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche.

"Die Freundschaft, das gegenseitige Vertrauen und die Offenheit, die stets unsere Gespräche bestimmten, sind für mich ein großes Geschenk und ein Zeichen des Fortschritts in den Beziehungen zwischen unseren Kirchen", heißt es in dem am Dienstag im Vatikan bekanntgewordenen Schreiben des Präsidenten des Päpstliche Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Ausdrücklich dankte Kardinal Kasper dem Patriarchen für die vielen brüderlichen Begegnungen in den vergangenen zehn Jahren.

Sein Geburtsdatum fällt auf den Schalttag (29. Februar) des Jahres 1940. 1991 wurde er als 270. Nachfolger des Apostels Andreas zum Patriarchen von Konstantinopel gewählt.

Geboren wurde Bartholomaios I. mit dem bürgerlichen Namen Dimitrios Archondonis im früher griechischsprachigen Dorf Zeytinli Köyü (Aghios Theodoros) auf der seit 1923 türkischen Ägäisinsel Gökceada (Imbros) am Eingang den Dardanellen. Er studierte an der Theologischen Hochschule des Ökumenischen Patriarchats auf der Insel Heybeli (Chalki) im Marmarameer, die 1971 von den türkischen Behörden geschlossen wurde; um deren Wiedereröffnung bemüht sich der Patriarch seit Jahren - bisher ergebnislos.

Bei seiner Diakonenweihe nahm er den Namen des Apostels Bartholomäus an. Seine Studien setzte er in Italien, der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Griechenland fort. In Rom erwarb er das Doktorat am Päpstlichen Orientalischen Institut der Gregoriana.

Patriarch Athenagoras I. erhob den promovierten Kirchenrechtler 1970 zum Archimandriten. Patriarch Dimitrios I. ernannte Bartholomaios zum Metropoliten von Philadelphia und zum Direktor des neu errichteten Patriarchalbüros in Istanbul. Als Metropolit von Chalkedon (Kadiköy) wurde Bartholomaios 1990 ranghöchster Metropolit der Kirche von Konstantinopel und hatte den Vorsitz mehrerer Kommissionen. Neben dem Kirchenrecht war ihm u.a. auch die Ökumene anvertraut. 1991 wurde er zum Ökumenischen Patriarchen gewählt.

Bartholomaios I. ist ein anerkannter Theologe und Ökumeniker. Sein Bemühen gilt der Einheit der Weltorthodoxie und dem ökumenischen wie dem interreligiösen Dialog. Mehrmals kam der Patriarch in den Vatikan; Papst Benedikt XVI. besuchte ihn 2006 an seinem Amtssitz, dem Istanbuler Phanar. Weltweite Anerkennung findet Bartholomaios I. auch für sein ökologisches Engagement. Es brachte ihm den Ehrennamen "Grüner Patriarch" ein.

 



Römisch-katholischer Kurienkardinal Walter Kasper (Foto: summorum-pontificum.de)

  Kardinal Kasper: Ökumenische Fortschritte in Pfarren umsetzen   16.02.2010

Vatikanstadt (KAP). Fortschritte in der Zusammenarbeit zwischen den Kirchen müssen nach Ansicht von Kurienkardinal Walter Kasper stärker in den Gemeinden spürbar werden. Es sei wichtig, die Ergebnisse von 40 Jahren offiziellem ökumenischem Dialog den verschiedenen christlichen Gemeinden mitzuteilen, betont Kasper in einem im Vatikan veröffentlichten Schlusskommunique zur vorwöchigen Ökumene-Konferenz in Rom.

Nach den Worten des Kardinals geht es darum, dass die Gemeinden "in ihrem Glaubensleben stärker den erreichten Fortschritt in Richtung Einheit ausdrücken können". An dem vor wenigen Tagen beendeten Symposion hatten Katholiken, Lutheraner, Reformierte, Anglikaner und Methodisten teilgenommen.

Konkret schlug die Konferenz eine "Gemeinsame Erklärung" über das in der Ökumene Erreichte vor. Kardinal Kasper hatte einen gemeinsamen "Ökumenischen Katechismus" der fünf "Kirchen-Familien" angeregt. Weiters hatte er Kritik an der Negativ-Zwischenbilanz geübt, die die deutsche evangelische Ratsvorsitzende Margot Käßmann über die Ökumene der vergangenen fünf Jahre und seit dem Amtsantritt Benedikts XVI. gezogen hatte.

> Von Kardinal Kasper Ende 2009 herausgegebene Sammlung der Ergebnisse des ökumenischen Dialogs "Harvesting the Fruits", die als Grundlage für eine gemeinsame Erklärung dienen kann.

 



Papst Benedikt XVI. und Katholikos Aram I.

  Armenischer Katholikos Aram I.: Ökumene braucht Neustart   03.02.2010

Beirut-Vatikanstadt (KAP). Eine erste kritische Bilanz nach der VII. Vollversammlung der offiziellen "Gemischten Kommission für den theologischen Dialog zwischen den orientalisch-orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche" hat der armenisch-apostolische Katholikos Aram I. gezogen. Die ökumenische Bewegung brauche einen Neustart, betonte er am Dienstag.

Es brauche eine klare Fokussierung der Ziele in der Ökumene, nur so könne die Bewegung glaubhaft bleiben und ihre Relevanz für die Kirche bewahren, so Aram I. in einer Presseaussendung des armenischen Katholikosats. Die Dialogtagung in Antelias (Libanon) war am Montag zu Ende gegangen.

"Es ist zu einem allgemeinen Trend geworden, den gegenwärtigen Zustand der ökumenischen Bewegung mit dem Begriff der Krise zu beschreiben. Ich teile diesen Ansatz nicht", heißt es in der Erklärung des Katholikos.

Gefordert werden "neue Visionen, eine neue Agenda und neue Schwerpunkte" im ökumenischen Dialog. Insbesondere müsse die Ökumene bei den Gläubigen ankommen und von diesen selbst getragen werden: "Wenn wir die Ökumene auf institutionelle Prozesse reduzieren, ist das ihr Ende."

Im Zentrum der von Kurienkardinal Walter Kasper und dem koptischen Metropoliten Anba Bishoi von Damiette geleiteten Beratungen der 30-köpfigen Dialogkommission stand die Frage nach den praktizierten Modellen der Kircheneinheit bis ins 5. Jahrhundert. Weiters ginge es um die Frage der Rezeption der Ökumenischen Konzilien.

Diese Fragen sind insofern von hohem Interesse für den ökumenischen Dialog, als das 5. Jahrhundert nicht nur die Zeit der Abspaltung der orientalisch-orthodoxen (altorientalischen) Kirchen nach dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 war, sondern es auch im Römischen Reich eine Patriarchalstruktur gab. In diese hatten sich auch die später als "abtrünnig" angesehenen Kirchen als Teil der Gesamtkirche eingegliedert.

Wie das armenische Katholikosat mitteilte, fanden die Gespräche in einer "freundlichen und aufrichtigen Atmosphäre" statt. Insgesamt wurde festgehalten, dass die Kirchen bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts nicht in Isolation voneinander existierten, sondern einen engen Austausch etwa von Briefen pflegten, Gemeinsamkeiten bei der Heiligenverehrung besaßen und sakramentale Einheit - insbesondere jene der Eucharistie - pflegten. Diese Einheit basierte auf der Überzeugung, den selben Glauben zu besitzen und zugleich die Bereitschaft, diesen Glauben gemeinsam zu verteidigen gegen Häresien und andere Gefahren. Verbunden waren die Kirchen darüber hinaus in Mission und Evangelisation.

Das Programm sah neben intensiven Plenumsvorträgen und -diskussionen auch jeweils separate Beratungen der Delegationen und offizielle Besuchstermine vor.

So wurden die Mitlieder der gemischten Kommission etwa am 27. Jänner vom libanesischen Präsidenten Michel Suleiman empfangen, am Abend des selben Tages folgte ein Treffen mit dem maronitischen Patriarchen Kardinal Nasrallah Sfeir. Am 28. Jänner folgte ein Empfang durch den armenisch-apostolischen Katholikos und Gastgeber der Vollversammlung, Aram I.

Das nächste Treffen der gemischten Dialogkommission findet vom 24. bis 29. Jänner 2011 in Rom statt. Im Mittelpunkt dieser Tagung soll erneut die Frage nach der Kircheneinheit und der Kommunikation zwischen den Kirchen im fünften Jahrhundert stehen sowie die Frage nach der Rolle des Mönchtums.


 



Russisch-orthodoxer Patriarch Kyrill I. (Foto: mospat.ru).

  Moskauer Patriarch geht auf Benedikt XVI. zu   03.02.2010

Moskau (KAP). Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. sieht sich mit Papst Benedikt XVI. in vielen Fragen einer Meinung. Benedikt XVI. nehme zur Säkularisierung, Globalisierung und zu moralischen Normen ähnliche Standpunkte wie die orthodoxe Kirche ein, sagte Kyrill I. am Dienstag bei einem Bischofstreffen in Moskau. "Unsere Positionen stimmen bei vielen Problemen, mit denen Christen in der modernen Welt konfrontiert sind, überein", sagte Kyrill I. mit Blick auf die katholisch-orthodoxen Beziehungen.

Das gemeinsame Verständnis des Schutzes der Menschenwürde sei bei mehreren katholisch-orthodoxen Begegnungen bestätigt worden, so Kyrill I. Dabei hob er das Treffen des Außenamtsleiters des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, mit Benedikt XVI. im September 2009 im Vatikan und die theologischen Gespräche zwischen seiner Kirche und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz im vergangenen Dezember hervor. Zu einem möglichen Treffen mit Benedikt XVI., über das seit längerem spekuliert wird, nahm der Patriarch nicht Stellung.

Zurückhaltend äußerte sich Kyrill I. zum Verhältnis zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Erneut kritisierte er laut Meldung der russischen Agentur Interfax die Wahl von Bischöfin Margot Käßmann zur EKD-Ratsvorsitzenden. Unmittelbar nach deren Amtsantritt hatte das Patriarchat laut Medienberichten den Dialog mit der EKD beenden wollen. Im Frühjahr soll ein klärendes Gespräch stattfinden.

 



Konstantin der Große mit dem Stadtmodell Konstantinopels (Mosaik in der Hagia Sophia, um 1000)(Foto: The Yorck Project).

  Serbischer Patriarch Irinej bekräftigt Bereitschaft zu Papst-Treffen   01.02.2010

Belgrad (KAP). Der neue serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej hat seine Bereitschaft bekräftigt, sich mit Papst Benedikt XVI. zu treffen. Anlass könnte das im Jahr 2013 anstehende große Kaiser-Konstantin-Jubiläum sein, sagte das vor einer Woche zum Nachfolger des im November verstorbenen Patriarchen Pavle gewählte Kirchenoberhaupt bei einer Pressekonferenz in Belgrad.

Anlass des Konstantin-Jubiläums ist der 1.700. Jahrestag des Toleranzedikts von Mailand. Mit dem "Edictum Mediolanense" wurde den römischen Bürgern die Freiheit zur Glaubensentscheidung für alle Religionen im Römischen Reich zustanden. Zur offiziellen Staatsreligion des Römischen Reichs erklärt wurde der christliche Glaube erst später, und zwar im Jahre 380 unter Kaiser Theodosius I. Das Christentum wird allerdings bereits in der Mailänder Vereinbarung besonders hervorgehoben.

Kaiser Konstantin (272-337) wurde in Naissus, dem heutigen Nis in Serbien - der Bischofsstadt Irinejs - geboren. Die Konstantins-Feiern in Nis würden eine Gelegenheit für Begegnungen und Gespräche von Vertretern der Religionsgemeinschaften sein, sagte Patriarch Irinej bei der Pressekonferenz. Irinej, der 34 Jahre lang Bischof von Nis war, leitet den kirchlichen Ausschuss für die Vorbereitung der Feierlichkeiten.

Gegenüber den Medienvertretern unterstützte der Patriarch auch die Ausrichtung Belgrads auf die EU-Eingliederung. Es gebe keinen Grund, sich vor der Europäischen Union zu fürchten, falls Europa die serbische Identität, Kultur und Religion achte: "Wir wollen ganz gewiss zu dieser Familie der europäischen Völker gehören." Zum eventuellen NATO-Beitritt des Landes sagte der Patriarch, dass sich dazu die Bürger Serbiens bei einer Volksabstimmung äußern müssten.

 



Katholikos Aram I., Oberhaupt der Armenischen Apostolischen Kirche (Stuhl von Kilikien) (Foto: ÖRK).

  Ökumene: Katholische und altorientalische Kirchen setzen Dialog fort   26.01.2010

Wien (KAP). Der ökumenische Dialog zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orientalisch-orthodoxen Kirchen geht in eine neue Runde: Vom 26. Jänner bis 1. Februar kommt die offizielle "Gemischte Kommission für den theologischen Dialog zwischen den orientalisch-orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche" zu ihrer siebten Vollversammlung zusammen. Das Gremium tagt auf Einladung des armenisch-apostolischen Katholikos Aram I. von Kilikien in Antelias (Libanon). Die Vollversammlung wird von Kurienkardinal Walter Kasper und dem Koptischen Metropoliten Anba Bishoi von Damiette geleitet.

Inhaltlich werden sich die rund 30 Teilnehmer mit der Frage nach den praktizierten Modellen der Kircheneinheit bis ins 5. Jahrhundert befassen. Klärungsbedarf besteht vor allem in der Frage der Stellung des Bischofs von Rom und der Anerkennung der Ökumenischen Konzilien.

> Weitere Informationen zu den Altorientalischen Kirchen

 



Landesbischof der Ev.-Luth. Kirche in Bayern Dr. Johannes Friedrich.

  Bischof Friedrich: Eucharistie-Gastbereitschaft mit Alt-Katholiken ist Modell   25.01.2010

München (epd). Das Miteinander von Protestanten und Alt-Katholiken - ein Modell für eine Annäherung an Rom in Sachen Abendmahl? Das findet jedenfall der bayerische Landesbischof.

Die gegenseitige Abendmahls-Einladung von Protestanten und Alt-Katholiken kann nach Auffassung des bayerischen Landesbischofs Johannes Friedrich auch ein Vorbild für eine entsprechende Vereinbarung mit der katholischen Kirche sein. An die vor 25 Jahren von dem Kirchenbund Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) und dem Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland beschlossene Erklärung erinnerten die beiden Kirchen am Sonntag mit einem Gottesdienst und Festakt in Kaufbeuren.

Durch die gegenseitige Einladung zur Eucharistiefeier könnten die beiden Kirchen in Fragen des Glaubens ein "gemeinsames Zeugnis" abgeben, betonte Friedrich als Leitender Bischof der VELKD. Die eucharistische Gastfreundschaft, die noch keine Abendmahlsgemeinschaft begründe, biete den Gemeinden die Chance, sich ohne Barrieren und Verbote kennenzulernen. Dies sei eine "gelebte Ökumene aus dem gepredigten Evangelium und dem von Christus gestifteten Mahl". Diese "Gastbereitschaft" könne deshalb durchaus Modell für eine Vereinbarung mit der römisch-katholischen Kirche sein, sagte der Bischof.

> Wortlaut der Vereinbarung zur gegenseitigen Einladung zum Heiligen Abendmahl von 1985

 



Der neue serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej (80) (Foto: spc.rs).

  Serbien: Bischof Irinej von Nis zum Patriarchen gewählt   24.01.2010

Belgrad (sok/rv). Die serbisch-orthodoxe Kirche hat ein neues Oberhaupt, das 45. seit dem hl. Sava: Zum Patriarchen wurde vom Wahlkonzil der 80-jährige Bischof Irinej (Gavrilovic) von Nis gewählt.

Der neue Patriarch wurde am Samstag in der Belgrader Kathedrale inthronisiert. Sein vollständiger Titel lautet: Erzbischof von Pec, Metropolit von Belgrad-Karlowitz und Serbischer Patriarch. Das Wahlkonzil der serbisch-orthodoxen Kirche hatte seit Freitag Morgen in Belgrad getagt. Daran beteiligten sich alle Bischöfe der serbisch-orthodoxen Kirche; sie kamen zu einem Drittel aus Serbien selbst, zu einem Drittel aus anderen jugoslawischen Nachfolgestaaten und zu einem weiteren Drittel aus dem weiteren Ausland. Neben Bischof Irinej waren Metropolit Amfilohije von Montenegro und Bischof Irinej von Backa in der engeren Auswahl für das Amt des Serbischen Patriarchen. Die letzte Stimme hatte, einer alten Wahlordnung entsprechend, das Los. Das vorige Oberhaupt der serbischen Orthodoxie, Patriarch Pavle I., war am 15. November letzten Jahres im Alter von 95 Jahren in Belgrad gestorben.

> Weitere Informationen zum Lebenslauf des Patriarchen Irinej

 



Prof. Dr. Konrad Raiser (Foto: ÖRK).

  Ehemaliger ÖRK-Generalsekretär ist Ehrendoktor an der Uni Hamburg   22.01.2010

Hamburg (epd). Konrad Raiser (71), ehemaliger Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) in Genf, ist am Montag in der Universität Hamburg mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet worden.

Raiser habe der ökumenischen Bewegung der Kirchen in Deutschland markante Impulse gegeben und das Profil des Weltkirchenrates geschärft, heißt es in der Begründung. Raiser war von 1993 bis 2003 Generalsekretär des ÖRK. Zuvor war er zehn Jahre lang Professor für Systematische Theologie an der Universität Bochum. Seit 2004 lebt er im Ruhestand in Berlin. Verliehen wurde die Ehrendoktorwürde von der Fakultät für Geisteswissenschaften auf Vorschlag des Fachbereiches Evangelische Theologie.

Dem ÖRK gehören rund 350 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Die Römisch-Katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet aber mit dem Weltkirchenrat zusammen.

 



Papst Benedikt XVI. (Foto: L'Osservatore Romano).

  „Aufrichtiger Dialog“ - Papst ruft zum Einsatz für die Einheit der Christen auf   21.01.2010

Rom (domradio.de). Papst Benedikt XVI. hat die Gläubigen aufgerufen, sich unermüdlich für die Einheit der Christen einzusetzen. Die Kirche müsse alles tun, um „brüderliche Beziehungen und einen aufrichtigen Dialog“ mit den anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften zu pflegen, hob der Papst am Mittwoch während der Generalaudienz im Vatikan hervor.

Angesichts einer weitgehend säkularisierten Welt sei es von besonderer Bedeutung, dass die christliche Botschaft von „geeinten, nicht zerstrittenen Zeugen“ verkündet werde, sagte das Kirchenoberhaupt unter Hinweis auf die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Diese hat am Sonntag begonnen und steht in diesem Jahr unter dem Leitwort: „Er ist auferstanden - und ihr seid Zeugen“.

Zugleich wies Benedikt XVI. jedoch darauf hin, dass die Einheit der Christen letztlich nur durch Gottes Handeln bewirkt werden könne. Deshalb sei neben den ökumenischen Gesprächen das „vertrauensvolle und einmütige Gebet“ unerlässlich, erläuterte der Papst vor 6.000 Gläubigen aus aller Welt.

Die jährlich stattfindende Gebetswoche für die Einheit der Christen wird seit 1968 von einer gemeinsamen Kommission des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und des Ökumenischen Rates der Kirchen vorbereitet.

> Video der Generalaudienz vom 20. Januar 2010

 



Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, Bischofsvikar des röm.-kath. Erzbistums Hamburg (Foto: kna-bild).

  Ökumene: Jaschke fordert mehr Elan   18.01.2010

Kiel (kna). Mit einem Gottesdienst in der Kieler Sankt-Nikolai-Kirche haben die Kirchen ihre jährliche Gebetswoche für die Einheit der Christen eröffnet. Dabei rief der Hamburger katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke dazu auf, Sackgassen im Dialog der Konfessionen zu überwinden.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), Braunschweigs evangelischer Landesbischof Friedrich Weber,forderte in seiner Predigt eine "heilige Ungeduld", weil "wir nicht genügend gemeinsam tun" und zu oft "krampfhaft auf dem Status quo beharren". Jaschke erklärte, Ökumene bedeute nicht, dass jede Kirche bleiben könne, wie sie ist, solange man sich nur anerkenne. "Genauso wenig kann eine Seite, etwa die katholische, eine Rückkehr zu ihr als Ziel des ökumenischen Weges sehen."

 



Bundespräsident Dr. Horst Köhler (Foto: ddp).

  Zusammenarbeit: Köhler ermuntert Protestanten und Katholiken zur Ökumene   18.01.2010

Hildesheim (epd). Bundespräsident Horst Köhler hat die beiden großen Kirchen in Deutschland zur Zusammenarbeit ermuntert. «Nur gemeinsam können die Christen ihren Glauben leben», sagte Köhler am Freitag laut Redemanuskript beim Festakt zur 1000-Jahre-Feier der St. Michaeliskirche in Hildesheim. Der Zweite Ökumenische Kirchentag im Mai in München werde auf dem Weg in die Zukunft des Glaubens eine wichtige Etappe sein.

Köhler sagte, Hildesheim habe gute ökumenische Zeichen gesetzt. Unter anderem verwies er darauf, dass die evangelische Michaeliskirche 1985 gemeinsam mit dem benachbarten katholischen Mariendom in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Die gleichzeitigen Renovierungsarbeiten an beiden Kirchen nannte Köhler eine «Bekräftigung der ökumenischen Aufgaben». 

St. Michaelis gilt als herausragendes Denkmal romanischer Baukunst nördlich der Alpen. Unter dem Motto «Gottes Engel weichen nie» soll das 1.000-Jahr-Jubiläum mit einen Festjahr begangen werden, das Köhler und die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, gemeinsam am Freitag in Hildesheim eröffneten.

Köhler lobte in seinem Grußwort die Beteiligung von Schülern am Festprogramm. Es komme darauf an, wie man bei Kindern und Jugendlichen Begeisterung für Geschichte wecke, dann würden sie auch Anstrengungen nicht scheuen.

Beschäftigung mit Geschichte sei nicht nur notwendig, weil jede Zukunft Herkunft braucht. «Die Beschäftigung mit Geschichte ist auch ermutigend: Sie zeigt uns, was Menschen alles erreichen und schaffen können, wie sie die Welt gestalten und menschlicher machen können», sagte der Bundespräsident. Zugleich mache die Beschäftigung mit Geschichte aber auch demütig, denn sie zeige, «wie verführbar Menschen sind, wie verbrecherisch, ja barbarisch sie gegeneinander sein können».

> Grußwort des Bundespräsidenten zur 1000-Jahr-Feier der St. Michaeliskirche in Hildesheim im Originalwortlaut

 





  Gebet für die Einheit der Christen im Zeichen des 2. Ökumenischen Kirchentags   14.01.2010

München (bayern-oekumenisch.de). Mit Blick auf den Ökumenischen Kirchentag (ÖKT), der vom 12. bis 16. Mai in München stattfindet, erhält die diesjährige Gebetswoche für die Einheit der Christen eine besondere Bedeutung. Die Kirchen und christlichen Gemeinschaften der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) in Bayern stimmen sich mit dieser Gebetswoche auf das ökumenische Großereignis ein.

 

Der zentrale Gottesdienst findet am Dienstag, 19. Januar, um 19.00 Uhr im Dom zu Unserer Lieben Frau in München statt. Er wird vom Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, vom Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Johannes Friedrich, und vom Pfarrer der Koptisch-Orthodoxen Gemeinde St. Mina in München, P. Deuscoros El Antony, geleitet. Am Gottesdienst wirken auch der katholische Präsident des ÖKT Alois Glück, die evangelisch-lutherische Generalsekretärin Ellen Ueberschär und der katholische Generalsekretär Stefan Vesper mit. Es singt der Chor der Koptisch-Orthodoxen Kirche in München.

 

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird seit 102 Jahren begangen, in den Ländern der nördlichen Erdhalbkugel vom 18. bis 25. Januar, in der Südhalbkugel in der Woche vor Pfingsten. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Er ist auferstanden – und wir sind seine Zeugen“. Die Gebetsordnung wurde in diesem Jahr von den Kirchen in Schottland vorbereitet. In vielen Gemeinden ist die Gebetswoche zu einem festen Bestandteil des ökumenischen Lebens geworden.

 

Zu dem zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche 2010 hat der Ökumenereferent des Erzbischöflichen Ordinariates München, Ordinariatsrat Armin Wouters, alle 17 Mitgliedskirchen und -organisationen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern eingeladen. Die Repräsentanten werden in liturgischer Kleidung an dem Gottesdienst teilnehmen. Erzbischof Marx wird als Gastgeber begrüßen, Landesbischof Friedrich wird predigen. Im Anschluss an den Gottesdienst sind die Gäste aus der Ökumene zu einem Empfang in die ehemalige Münchner Karmeliterkirche eingeladen. (ua)

> Weitere Informationen zum 2. Ökumenischen Kirchentag München 2010

 



Der neue ev.-luth. Landesbischof von Schaumburg Lippe Dr. Karl Hinrich Manzke. (Foto: epd-bild/Jens Schulze)

  Neuer Bischof Manzke in Bückeburg offiziell eingeführt   11.01.2010

Bückeburg (epd). Der neue schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke (51) ist am Samstag in Bückeburg offiziell in sein Amt eingeführt worden. Im Festgottesdienst betonte der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Johannes Friedrich aus München, wie wichtig das ökumenische Miteinander der Kirchen sei. "Viele Menschen verstehen heutzutage überhaupt nicht, warum es verschiedene Kirchen gibt", sagte er in der Stadtkirche: "Da ist es die besondere Aufgabe eines Bischofs, alles zu tun, um das friedliche Miteinander der Kirchen zu fördern."

Manzke steht künftig an der Spitze der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe an der Grenze von Niedersachsen zu Nordrhein-Westfalen. Sie ist mit rund 61.000 Mitgliedern in 22 Gemeinden im nördlichen Landkreis Schaumburg die nach der Fläche kleinste und nach Mitgliedern zweitkleinste evangelische Landeskirche in Deutschland. Die Kirche ging aus einem ehemaligen Fürstentum hervor.

Der neue Bischof will in der Diskussion um Zusammenschlüsse von Landeskirchen auf der Selbstständigkeit von Schaumburg-Lippe beharren. "Handlungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit entscheiden darüber, ob eine Kirche zukunftsfähig ist", sagte Manzke dem epd: "Man soll ein handlungsfähiges System nicht mutwillig zerschlagen." Damit lehnte er auch Pläne für eine gemeinsame Kirche in Niedersachsen ab, die im vergangenen Jahr angeregt worden waren. Schaumburg-Lippe sei aber auf die Zusammenarbeit mit den Nachbarkirchen angewiesen.

Der Wert des persönlichen Gesprächs

Aus den Händen von Bischof Friedrich nahm Manzke das Amtskreuz und die Einführungsurkunde entgegen. "Nicht die Abgrenzung von anderen Kirchen ist heute so sehr nötig, als vielmehr das Gespräch", sagte Friedrich: "Die Herausforderungen an die Kirchen sind in unserer Gesellschaft so immens, dass wir sie nur gemeinsam bewältigen können."

Manzke hob in seiner Predigt den Wert des persönlichen und vertraulichen Gesprächs in einer Mediengesellschaft hervor. "Das Gespräch ist die Wiege der europäischen Kultur", sagte er. Zugleich kritisierte er Fernseh-Talkshows, in denen Privates öffentlich gemacht wird: "Auf solche Gespräche, bei denen Menschen vor die Kameras gezerrt werden oder sich zerren lassen, um allzu Persönliches dort auszubreiten, sollten verantwortliche Medien und Zuschauer eigentlich verzichten."

Gute Zusammenarbeit zwischen Konfessionen in Niedersachsen

Bei der Einführung wirkte auch die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, mit. Auch die leitenden Repräsentanten der benachbarten evangelischen Landeskirchen waren eingeladen. Der katholische Bischof Norbert Trelle aus Hildesheim betonte in einem Grußwort, in Niedersachsen gebe es eine gute Tradition der Begegnung von katholischen und evangelischen Bischöfen.

Manzke hatte Mitte Dezember seinen Dienst in Bückeburg aufgenommen. Der promovierte Theologe trat die Nachfolge von Jürgen Johannesdotter an, der im Oktober in den Ruhestand ging. Zuvor leitete er als Superintendent den Kirchenkreis Aurich in Ostfriesland. Manzke ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.

 



Chaldäisch-katholischer Erzbischof DDr. Louis Sako von Kirkuk im Irak (Foto: kirche-in-not.de).

  Irakischer Erzbischof Sako: Ökumene ist überlebenswichtig   07.01.2010

Bagdad-Rom (KAP). Der irakische Erzbischof Louis Sako hat Fortschritte in der Ökumene als überlebenswichtig für die Christen im Nahen Osten bezeichnet. Damit die kleinen christlichen Gemeinschaften weiter bestehen könnten, müssten sie zusammenarbeiten. Nach den erreichten lehrmäßigen Gemeinsamkeiten sei dabei auch eine kirchliche Einheit notwendig, betonte der chaldäisch-katholische Erzbischof von Kirkuk in einem Interview mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR am Dienstag.

Als unverzichtbar bewertete Sako auch interreligiöse Gespräche. "Ohne Dialog mit dem Islam haben wir keine Zukunft", sagte der Erzbischof. Das gleiche gelte für das Verhältnis zum Judentum. Zugleich könnten die nahöstlichen Kirchen eine gerechte Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts voranbringen.

Große Erwartungen knüpfte Sako an die im kommenden Oktober im Vatikan stattfindende Nahostsynode. Das Treffen der Kirchenführer müsse sich der Aufgabe stellen, eine klare und verständliche Sprache der Verkündigung wiederzufinden. Christliche Präsenz dürfe nicht nur auf den liturgischen Bereich beschränkt sein. Die Kirche müsse "zu allen sprechen können, und nicht nur zu den Christen", forderte Sako.

 



Metropolit Emmanuel von Frankreich, neuer Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) (Foto: epd-bild/Peter Williams)

  Orthodoxer neuer Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen   17.12.2009

Genf (evangelisch.de). Metropolit Emmanuel (Adamakis) von Frankreich wird neuer Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Der KEK-Zentralausschuss wählte den 51-jährigen griechisch-orthodoxen Geistlichen am Mittwoch in Genf, wie der kirchliche Dachverband mitteilte.

Cordelia Kopsch (53), stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, und der anglikanische Bischof von Guildford (England), Christopher Hill (64), wurden zu Vizepräsidenten gewählt.

Metropolit Emmanuel unterstrich in seiner ersten Rede als KEK-Präsident die Notwendigkeit, mit dem eingeleiteten Reformprozess des Bundes mit 125 protestantischen, orthodoxen und altkatholische Kirchen zügig voranzuschreiten. Zudem müsse die KEK alle orthodoxen Kirchen wieder integrieren. Die russisch-orthodoxe Kirche lässt ihre Mitgliedschaft seit Oktober 2008 wegen eines Zwistes mit dem ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel ruhen.

Metropolit Emmanuel gehört dem Ökumenischen Patriarchat an. Er folgt an der Spitze des kirchlichen Zusammenschlusses dem französischen Protestanten Jean Arnold de Clermont. Emmanuel wurde 1958 auf Kreta geboren. Er studierte Theologie in Paris und in den USA. 2003 übernahm er die Präsidentschaft der orthodoxen Bischöfe in Frankreich, dem Zentralausschuss der KEK gehört er seit 2003 an. Er leitet als Direktor die Vertretung des ökumenischen Patriarchats bei der EU in Brüssel.

Die Amtszeit der Gewählten beträgt vier Jahre und begann nach ihrer Wahl. Die 40 Mitglieder des KEK-Zentralausschusses wählten zudem sieben weitere Kirchenvertreter in das Präsidium. Die europäische Ökumene-Organisation feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Die KEK wurde 1959 von Christen aus Ost- und Westeuropa gegründet. In der Phase des Kalten Krieges wollten sie ein Forum zur Verständigung schaffen.

> Weitere Informationen über die KEK / CEC

> Biografische Informationen zu Metropolit Emmanuel (engl.)

 



Die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Ellen Ueberschär (Foto: DEKT)

  "Ökumenisches Klima ist abgekühlt"   10.12.2009

Fulda (idea). Das ökumenische Klima ist nach Ansicht der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Ellen Ueberschär (Fulda), abgekühlt.

Vor dem Ökumenischen Kirchentag, der vom 12. bis 16. Mai 2010 in München stattfindet, wünscht sie sich mehr Rückenwind aus den Kirchen. Im Kirchentagsmagazin erinnert sie an Irritationen durch ein an die Öffentlichkeit gelangtes internes Papier des EKD-Kirchenamts, „das in arroganten Tönen die Überlegenheit der Protestanten über die Katholiken nachzuweisen suchte“. Die Sache sei noch vor der EKD-Synode Ende Oktober in Ulm mit der Wahl des hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann zur EKD-Ratsvorsitzenden vom Tisch geräumt worden. Doch bei den Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre am 31. Oktober in Augsburg habe der katholische Bischof Walter Mixa eine Unhöflichkeit begangen, indem er nur katholische Amtsträger, aber keinen Lutheraner begrüßt habe. Später habe der Außenamtsleiter der Russisch-Orthodoxen Kirche mit dem Abbruch der Beziehungen zur EKD gedroht, weil diese eine geschiedene Frau zur höchsten Repräsentantin erkoren hat. Auch das habe zum Sinken der Temperatur im ökumenischen Klima beigetragen. Angesichts solcher Irritationen wollten die Beteiligten am Ökumenischen Kirchentag eine „Trotzdem-Ökumene“ leben. Obwohl der Motor des Christentreffens brumme, wäre kirchlicher Rückenwind willkommen. Ueberschär: „Ein Fünkchen Hoffnung auf ökumenischen Fortschritt könnte dem irdischen Unternehmen Flügel verleihen.“ Der Deutsche Evangelische Kirchentag hoffe auf einen „lebendigen, überlaufenden und laut die kirchlichen Fortschritte einfordernden Ökumenischen Kirchentag“.

> Das interne Papier des EKD-Kirchenamts im Wortlaut

 



Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts (Foto: BVerfG).

  Religionsfreiheit hat Vorrang vor Konsum   02.12.2009

Karlsruhe (idea). Die Öffnung von Läden an den Adventssonntagen in Berlin ist verfassungswidrig. Das stellte das Bundesverfassungsgericht am 1. Dezember in Karlsruhe fest.

Damit bestätigte das oberste deutsche Gericht die Auffassung der evangelischen und der katholischen Kirche, dass die Freigabe aller vier Adventssonntage gegen den besonderen Sonntagsschutz im Grundgesetz verstoße. Sonn- und Feiertage seien als „Tage der Arbeitsruhe" aus religiösen Gründen, aber auch zur persönlichen Erholung der Arbeitnehmer und ihrer Teilhabe am sozialen Leben geschützt. Zur Religionsfreiheit gehöre, „Raum für die aktive Betätigung der Glaubensüberzeugung und die Verwirklichung der autonomen Persönlichkeit auf weltanschaulich-religiösem Gebiet zu sichern“. Ausnahmen vom Sonntagsschutz brauchten eine besondere sachliche Begründung: „Bloße wirtschaftliche Interessen von Verkaufsstelleninhabern und alltägliche Erwerbsinteressen der Käufer für die Ladenöffnung genügen dafür grundsätzlich nicht.“

An restlichen Adventssonntagen dürfen Läden öffnen

Das seit November 2006 geltende Ladenöffnungsgesetz in Berlin ist das liberalste in Deutschland. Danach dürfen Geschäfte in der Bundeshauptstadt an allen vier Sonntage vor Weihnachten, „im öffentlichen Interesse“ an vier weiteren Sonntagen und an zwei Sonntagen „aus Anlass besonderer Ereignisse, insbesondere von Firmenjubiläen und Straßenfesten“, geöffnet sein. Dagegen hatten die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und das katholische Erzbistum Berlin geklagt. Nach Ansicht des Gerichts entspricht auch die Freigabe der nicht-adventlichen Sonntage dem vom Gesetzgeber zu gewährleistenden Mindestschutz nur, wenn tatsächlich ein öffentliches Interesse vorliegt. Für dieses Jahr wurde eine Übergangsregelung gewährt, so dass an den nächsten drei Adventssonntagen die Läden geöffnet sein können. 

Kirchen und Politiker erleichtert

Kirchen und Politiker begrüßten das Urteil. Die EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Margot Käßmann (Hannover), und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), erklärten: „Mit dem Sonntagsschutz wird eine wichtige soziale Institution gewahrt, die kulturelle Qualität des Zusammenlebens und der Raum für die Freiheit der Religionsausübung.“ Die Kirchen würden sich weiter dafür einsetzen, „dass der Sonntag als Tag der Arbeitsruhe, der Besinnung und des Gottesdienstes erhalten bleibt“. Es sei ein „Tag für die Familie, für das ehrenamtliche Engagement in Vereinen und Initiativen und der Begegnung, ein Tag, der sich erkennbar von den Werktagen unterscheidet“. Nun werde es die Aufgabe der Bundesländer sein, die Balance zwischen Werk- und Sonntagen neu zu gestalten.

Kommerz darf nicht Vorrang haben

Die Präses der EKD-Synode und Vizepräsidentin des Bundestags, Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), bezeichnete die Entscheidung als Zeichen dafür, dass der Kommerz nicht Vorrang haben dürfe. Der Sonntag sei ein „Geschenk der Christen an die Gesellschaft“ und solle der Begegnung und der Gemeinschaft dienen. Auch der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU, der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel (CDU), nannte das Karlsruher Votum „ein klares Signal gegen die völlige Ökonomisierung aller gesellschaftlichen Lebensbereiche“. Gerade die Adventssonntage seien vorrangig Tage für den Gottesdienstbesuch, für die Erholung von der Arbeit, für die Pflege der Gemeinschaftskultur und nicht zuletzt für die Familien.

 



Röm.-kath. Erzbischof von München Rainhard Marx (Foto: ddp).

  Katholischer Erzbischof setzt sich für Buß- und Bettag ein   23.11.2009

München (evangelisch.de). Ökumenische Schützenhilfe: Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat sich für die Wiedereinführung des Buß- und Bettages als gesetzlichen Feiertag ausgesprochen.

Der Sinn von Feiertagen sei es, ein "Zeichen der Unterbrechung" zu setzen, sagte er am Samstag in München. "Deswegen sage ich unseren evangelischen Schwestern und Brüdern, dass wir miteintreten werden für die Wiedereinführung des Buß- und Bettages." Der evangelische Feiertag ist seit 1995 in Deutschland - außer in Sachsen - nicht mehr arbeits- und schulfrei.

Marx rief die Gläubigen bei einem Gottesdienst zum Korbiniansfest auf, kämpferisch für den Glauben einzutreten. "Das Christentum ist keine museale Angelegenheit. Wir wollen es kämpferisch in unsere Welt hineintragen", so der Erzbischof. "Wir wollen das Evangelium so verkünden, dass es aufstrahlt, dass es sichtbar wird." Die Christen sollten für den Glauben kämpfen - "nicht mit Waffen, aber mit Bestimmtheit und Fröhlichkeit“.

Tag der Besinnung

Der Buß- und Bettag ist für evangelische Christen ein Tag der Besinnung. Er wurde erstmals im Jahr 1532 in Straßburg gefeiert. Christen fragen in Gottesdiensten danach, wie sie ihr Leben entsprechend dem Evangelium gestalten können. Versagen und Schuld sowie Versäumnisse und Fehlentscheidungen werden vor Gott zur Sprache gebracht. Durch diesen Akt der Befreiung soll zugleich Trost und Hoffnung vermittelt werden. Als Zeichen der Versöhnung mit Gott wird in vielen Gemeinden das Abendmahl gefeiert.

 



Neuer ZdK-Präsident Alois Glück (Foto: ZdK)

  Alois Glück neuer ZdK-Präsident   23.11.2009

Bonn (ZdK). Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat am Freitag, dem 20. November 2009, Alois Glück mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt.

In seiner Rede vor der ZdK-Vollversammlung versprach der neue ZdK-Präsident, sich für eine vertrauensvolle und fruchtbare Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz einzusetzen, um gemeinsam nach Perspektiven für die Zukunft der Kirche in Deutschland zu suchen.

Zu allen Zeiten habe die Kirche um den richtigen Weg zwischen notwendigen Entwicklungen und Bewahrung der grundlegenden Wahrheiten des Glaubens gerungen, betonte Glück. Wo es keine Meinungsverschiedenheit mehr gebe, keine Vielfalt, sondern nur noch Einförmigkeit, gebe es keinen lebendigen Geist und keine geistige Kraft. Die entscheidende Frage sei, wie Meinungsverschiedenheiten in der Kirche ausgetragen würden. Das Ringen um die Wahrheit und um den richtigen Weg müsse vom Geist der Liebe, vom Respekt vor dem Anderen und seiner Gewissensfreiheit, vom Anspruch des christlichen Menschenbildes geprägt sein und nicht vom Geist der Unversöhnlichkeit, der Ausgrenzung oder des Anspruchs, dass nur die eigene Position die allein katholische sei. Davon werde auch die Glaubwürdigkeit in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen wesentlich abhängen.

Glück rief die Kirche auf, selbstbewusst missionarisch zu sein und offen für fremde Milieus. "Ich sehe in unserer Kirche zu viel Ängstlichkeit gegenüber der modernen Welt, zu viel Abwehr, zu viel Tendenz, in den eigenen Schutzräumen zu bleiben", so Glück wörtlich. Ohne die Mitwirkung der Laien werde die Kirche allerdings wenig wirksam sein können.

Den besonderen Auftrag der Laien sieht der neue Präsident des ZdK in ihrem Engagement in Gesellschaft und Staat. Er widersprach ausdrücklich denen, die meinen, dass christliche Werte in dieser Zeit keine Chance hätten: "Im Gegenteil: Wir haben heute mehr Chancen als vor zehn oder auch fünf Jahren, mit solchen Positionen und Argumenten gehört zu werden. Das ist eine Folge allgemeiner Verunsicherungen, der Erkenntnis, dass Konsum und Lebensstandard noch nicht sinnstiftend sind, der Erfahrungen der Grenzen bisheriger Entwicklungen und der Zusammenbrüche von Verheißungen. Noch nie waren so viele Menschen auf der Suche nach Sinn und Orientierung unterwegs wie gegenwärtig". Es werde für viele Menschen immer offensichtlicher, dass ein "Weiter so" der bisherigen Art zu leben eine Sackgasse sei.

Im Weiteren benannte der neue ZdK-Präsident zentrale politische und gesellschaftliche Herausforderungen der kommenden Jahre. Es sei absehbar, dass es in den nächsten Jahren zu schweren Verteilungskonflikten in der Gesellschaft kommen werde und die zukünftige Ausgestaltung des Sozialstaates eines der ganz zentralen Themen sei. Die großen Jahrhundertthemen wie Klimaveränderungen, künftige Energieversorgung, Ernährung der Weltbevölkerung, Konflikte um Wasser und Rohstoffversorgung stünden längst auf der Tagesordnung. Die Globalisierung brauche eine neue Orientierung. Zu den großen Aufgaben dieser Zeit zählten die Auswirkungen der demographischen Entwicklung. Das Thema "Generationengerechtigkeit" werde neu aufbrechen.

"Wir haben für alle diese Aufgaben unserer Zeit viel einzubringen. Das Menschenbild der jüdisch-christlichen Wertetradition, das christliche Menschenbild, die Prinzipien der Christlichen Soziallehre. Wir brauchen eine neue Qualität der Kultur der Verantwortung, der Verantwortung für sich selbst, für die Mitmenschen, für das Gemeinwesen und vor allem, als eine der größten ethischen Herausforderung unserer Zeit, für die Nachkommen", unterstrich Glück.

Im Amt des ZdK-Präsidenten folgt Alois Glück Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, der nach mehr als zwölfjähriger Amtszeit nicht erneut zur Wahl stand.

> Biographische Informationen über Alois Glück

> Text der Vorstellungsrede von Alois Glück vor der Vollversammlung des ZdK

 



Papst Benedikt und Bischof Williams (Foto: EPA, Osservatore Romano / Ho)

  Anglikaner: Differenzen sind kein Grund zur Kirchenspaltung   23.11.2009

Rom (epd). Katholiken und Anglikaner stehen sich nach den Worten von Erzbischof Rowan Williams näher als vermutet. Die Kirchenspaltung lasse sich nicht durch theologische Differenzen begründen, sagte das Oberhaupt der Anglikanischen Weltgemeinschaft bei einem Besuch im Vatikan. Williams verteidigte zudem die von der katholischen Seite abgelehnte Priesterweihe von Frauen.

Bei einer Konferenz der Päpstlichen Gregoriana-Universität sagte der Erzbischof von Canterbury, die katholische und die anglikanische Kirche stünden sich näher, als der Vatikan eingestehe. Theologische Unterschiede rechtfertigten nicht die konfessionelle Spaltung. Der ökumenische Dialog habe seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil Übereinstimmung in den Grundfragen nach dem Wesen der Kirche erzielt. Offene Fragen wie Frauenordination, Primat des Papstes und des Lehramts hätten nicht das gleiche theologische Gewicht.

Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, verteidigte die kürzlich angekündigte Gründung von Kirchenstrukturen für übertrittswillige Anglikaner in der katholischen Kirche. "Wir können unsere Türen nicht verschließen, wenn andere anklopfen." Der päpstliche Erlass bedeute "kein Ende der alten Ökumene", so der deutsche Kurienkardinal. Williams hält sich zu einem dreitägigen Besuch im Vatikan auf. Am Samstag wird er von Papst Benedikt XVI. empfangen.

Frage nach der Autorität des Papstes

Ohne ausdrücklich auf den päpstlichen Erlass einzugehen, würdigte Williams die Bemühungen des Einheitsrates im Dialog. Die katholische Seite müsse sich jedoch fragen, ob die Integrität der Kirche von der Autorität des Papstes abhänge. Der Einheitsrat habe eingestanden, dass kirchliche Ämter "kein Selbstzweck" seien, sondern der Verkündung des Evangeliums dienten, sagte Williams. Dabei wies er auf in der katholischen Hierarchie bestehende Unterschiede zwischen "Lehrer und Belehrtem, Herrscher und Beherrschtem".

Der Erzbischof von Canterbury verteidigte überdies die Weihe von Frauen zu Priestern und Bischöfen. Die Frauenordination mache die anglikanische Kirche für die katholische jedoch "weniger anerkennenswert". Mit der apostolischen Konstitution für die Anglikaner kündigt der Vatikan die Bildung eigene Bistümer für diejenigen Anglikaner an, die die volle Einheit mit der katholischen Kirche anstreben. Nach Auffassung von Williams ist eine Einheit der beiden Kirchen ohne Kirchenübertritt aufgrund der bereits erreichten Fortschritte im ökumenischen Dialog möglich.

 



Seine Heiligkeit Patriarch Pavle I. (1914-2009) (Foto: serbische-diozese.org).

  Patriarch Pavle I. 95-jährig gestorben    17.11.2009

Belgrad (kath.net/KNA). Der serbisch-orthodoxe Patriarch Pavle I. ist tot. Er starb am Sonntagvormittag im Alter von 95 Jahren in einem Belgrader Militärkrankenhaus. Das serbische Kirchenoberhaupt war seit Jahren schwer krank. Zeitweilig entbrannte ein heftiges Ringen um einen vorzeitigen Rücktritt vom Patriarchenamt und die mögliche Nachfolge. Pavle I. stand seit der Absetzung seines Vorgängers German 1990 an der Spitze der serbischen Kirche. Zuvor wirkte er 33 Jahre lang als Bischof von Prizren und Raska im Kosovo. ...

Gleich nach seinem Amtsantritt 1990 erlebte Pavle I. den politischen Zerfall Jugoslawiens. Während der Kriege der 90er Jahre sprach er sich - auch gegen Stimmen aus der eigenen Synode - gegen gewaltsame Lösungen aus. Kritiker warfen ihm gleichwohl ideelle Unterstützung des serbischen Nationalismus sowie fehlende Distanzierung vom damaligen Staatspräsidenten Slobodan Milosevic und vom früheren Chef der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, vor. Seine strenge Frömmigkeit und persönliche Bescheidenheit stand auch bei den anderen Konfessionen und Religionen außer Frage.

In Pavles letzten Lebensjahren kam es zu unübersichtlichen Manövern um seine Nachfolge. Mehrfach lehnte er einen Rücktritt ab, wie ihn Teile der Synode wünschten. Nach einem verstrichenen Ultimatum erklärten ihn die Bischöfe im Mai 2008 für abgesetzt. Im Herbst schließlich bot Pavle I. selbst seinen Rückzug aus gesundheitlichen Gründen an, den die Bischöfe dann ihrerseits ablehnten.

Nach Einschätzung von Beobachtern diente die Ablehnung des Rücktrittsgesuchs dazu, die politische Richtungsentscheidung der serbisch-orthodoxen Kirche noch aufzuschieben. Eine wichtige innerkirchliche Streitfrage ist die Zusammenarbeit mit der internationalen Staatengemeinschaft in der Kosovo-Frage. Weitere Punkte sind die Positionen der Kirche zur europäischen Integration Serbiens, zur Ökumene und zur Liturgiereform.

Entsprechend der serbisch-orthodoxen Kirchenordnung wird ein neuer Patriarch normalerweise erst nach dem Tod des Amtsinhabers oder wegen einer «dauernden Amtsunfähigkeit» gewählt. Bereits im November 2007 hatte Pavle I. mit Metropolit Amfilohije von Montenegro und Primorje (71) einen sogenannten Vikar zur Unterstützung erhalten. Nach dem serbisch-orthodoxen Kirchenrecht bedeutet das keine Vorentscheidung für die nun anstehende Wahl eines neuen Patriarchen. Dennoch dürfte der als nationalkonservativ geltende Metropolit ein aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge Pavle I. sein.

In den eigenen Reihen setzte sich der Patriarch, der am 11. September 1914 als Gojko Stojcevic im slawonischen Kucani im heutigen Kroatien geboren wurde, für eine ökumenische Öffnung ein. Mehrmals bemühte er sich vergeblich um einen Besuch von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) in Belgrad.

 



Konsul Kurt Uihlein, Ehrenmitglied des OMCT.

  Konsul Kurt Uihlein feiert 90. Geburtstag   16.11.2009

Hannover (OMCT). Das Ehrenmitglied des Deutschen Tempelherren-Ordens OMCT, Konsul Kurt Uihlein, feierte am 14. November seinen 90. Geburtstag.

Auf dem Empfang im Georgssaal des Hotels Luisenhof in Hannover, zu dem sich rund 80 Gäste eingefunden hatten, würdigte der Seneschall des OMCT, Alt-Ordensmeister Dr. h.c. Lienhard Böhmecke, die beachtliche Lebensleistung Kurt Uihleins und überbrachte die Glückwünsche des Ordens.

Kurt Uihlein wurde 1919 in Bad Harzburg geboren. Im 2. Weltkrieg war der Luftwaffenoffizier als Jagdflieger eingesetzt. In den Tempelherren-Orden wurde er 1960 in Paris durch den damaligen Großmeister General Zdrojewski aufgenommen. 1962 lernte der erfolgreiche Geschäftsmann König Hussein von Jordanien (1935-1999) kennen und das Land Jordanien lieben. Am 14.11.1963 gründete Kurt Uihlein in Hannover die Deutsch-Jordanische Gesellschaft, deren Ehrenpräsident er heute ist. 1965 wurde er zum Honorarkonsul des Haschemitischen Königreichs Jordanien ernannt. 1967-1969 setzte sich der ideenreiche Templer hingebungsvoll für die Kriegsflüchtlinge in Jordanien ein. Allein zwischen 1964 und 1970 warb er Spenden im Wert von über 1 Millionen DM für die Jordanienhilfe ein.

Konsul Uihlein war 1977 und 1983 Mitglied von bundesdeutschen Staatsdelegationen im arabischen Raum. Wesentlich auf sein Engagement auch für die jordanische Kultur ging die große Nabatäer-Ausstellung 1976/77 im Kestner-Museum Hannover zurück. König Hussein verlieh dem Konsul für sein interkulturelles Engagement seine höchste Auszeichnung, den Renaissance-Orden (Wisam al-Nahda). 1988 wurde der bewährte Templer vom Generalkapitel des Deutschen Tempelherren-Ordens OMCT zum Ehrenmitglied gewählt. Für seine zahlreichen ehrenamtlichen Aktivitäten erhielt er 1997 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Mit seinem unermüdlichen humanitären, karitativen und christlichen Engagement wirkte er in seinem langen Leben segensreich in insgesamt 68 Vereinen, Gesellschaften und Verbänden. Im Januar 2008 erschien die von den Dres. Hatem Bustami und Hussam Peter Bustami verfasste Biografie des Jubilars "Der Brückenbauer - Kurt Uihlein und die Deutsch-Jordanische Gesellschaft".

 



Longin Talypin, Erzbischof von Klin, Leiter der Ständigen Vertretung der Russisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland und der EU (Foto: KOKiD).

  Orthodoxer Erzbischof: Kein Abbruch der Kontakte zur EKD   16.11.2009

Düsseldorf (kna). Der ständige Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Erzbischof Longin, hat Medienberichte über einen Abbruch der Kontakte zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zurückgewiesen. Es gebe bislang keine solche Anweisung des Moskauer Patriarchats, sagte Longin der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Samstag in Düsseldorf. Er sprach sich zugleich für eine Fortsetzung des Dialogs mit der EKD aus.

Nach Medienberichten hatte der Außenamtsleiter der russisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Hilarion, wegen der Wahl von Margot Käßmann zur EKD-Ratsvorsitzenden das Ende der Kontakte angekündigt. Die orthodoxe Kirche erlaube keine Priesterweihe oder sogar Führungsrollen von Frauen, hieß es zur Begründung. Nach EKD-Angaben sagte Hilarion seine Teilnahme an einer am 30. November in Berlin geplanten 50-Jahr-Feier des Dialoges zwischen beiden Kirchen ab, das deshalb nicht stattfinde.

Longin erklärte dagegen auf Anfrage der KNA, die Absage Hilarions sei „hauptsächlich aus Terminproblemen“ erfolgt. Der Leiter des kirchlichen Außenamtes wolle am 30. November an einer Veranstaltung des russischen Außenministeriums teilnehmen. Er habe auch eine für den 28. November geplante Begegnung mit den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, abgesagt.

Longin kündigte an, er werde Anfang Dezember mit dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I., über die Beziehungen zur EKD sprechen. „Der Patriarch war immer für Dialog“, so der Erzbischof. „Die Wahl Käßmanns ist eine innere Angelegenheit der evangelischen Kirche in Deutschland.“ Er habe der hannoverschen Landesbischöfin nach der Wahl an die EKD-Spitze gratuliert, betonte Longin. 



Erzbischof Hilarion Alfejev, Leiter des Außenamtes der russisch-orthodoxen Kirche (Foto: wordpress.com).

  EKD reagiert mit Unverständnis auf Äußerungen aus russisch-orthodoxer Kirche   16.11.2009

Hannover (epd). Die Absicht der Russischen Orthodoxen Kirche, wegen der Wahl von Bischöfin Margot Käßmann zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die zwischenkirchlichen Kontakte auszusetzen, stößt bei der EKD auf großes Unverständnis.

Dies verdeutlichten Käßmann und EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte in einem Schreiben an den Moskauer Patriarchen Kyrill I., wie die EKD am Freitag in Hannover mitteilte. Darin heißt es, einige Vertreter des Außenamtes der russisch-orthodoxen Kirche hätten die Wahlen zum EKD-Rat in "unangemessener Weise" kommentiert. Zugleich versichert die EKD ihr Interesse an einer Fortsetzung des Dialogs.

Vertreter des Außenamtes der Russischen Orthodoxen Kirche hatten angekündigt, dass die Beziehungen zur EKD beendet würden. Dabei stellten sie einen Bezug zur Wahl Käßmanns zur EKD-Ratsvorsitzenden am 28. Oktober her. Eine Frau im Bischofsamt sei aus orthodoxer Sicht nicht mit den Prinzipien des Evangeliums vereinbar. Die für Ende November geplanten Feiern zum 50-jährigen Bestehen des Dialogs zwischen orthodoxer Kirche und EKD vor 50 Jahren seien auch das Ende der Gespräche, wurde der Leiter des kirchlichen Außenamtes, Erzbischof Hilarion, von der Zeitung "Kommersant" zitiert.

Die EKD bedauere die "kürzlich eingetretene Entwicklung" sehr, stellen die Ratsvorsitzende und der Auslandsbischof fest. Ein für 30. November in Berlin geplantes Treffen zum evangelisch-orthodoxen Dialog seit 1959 findet nach Angaben der EKD nicht statt. Als Begründung wird die Absage von Erzbischof Hilarion genannt. Hilarion steht seit März an der Spitze des Außenamtes des Moskauer Patriarchats.

Die EKD sei weiter an einer Fortsetzung des wichtigen theologischen Dialogs "über christliche Zentralfragen" interessiert, schreiben Käßmann und Schindehütte an das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche. Sie erinnern daran, dass unterschiedliche Auffassungen über den geistlichen Dienst von Frauen in der Kirche bisher "kein Hinderungsgrund für fruchtbare zwischenkirchliche Beziehungen auf bilateraler und multilateraler Ebene" gewesen seien. Es sei vielmehr "ein christliches Gebot des gegenseitigen Respekts im geschwisterlichen Umgang, Unterschiede im Leben und Glauben unserer Kirchen auszuhalten und um den gemeinsamen Grund zu wissen, wie der Apostel Paulus an die Epheser schreibt: 'Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe'", heißt es in dem Brief.

 



Neue EKD-Ratsvorsitzende Bischöfin Margot Käßmann (Foto: EKD)

  Glückwünsche für Käßmann aus dem Vatikan   29.10.2009

Rom (kna). Der vatikanische Ökumene-Verantwortliche Kardinal Walter Kasper hat Bischöfin Margot Käßmann zu ihrer Wahl an die Spitze der deutschen Protestanten gratuliert.

Als Präsident des Päpstlichen Einheitsrates sowie persönlich wünschte er ihr in einem am Donnerstag im Vatikan bekannt gewordenen Brief Gottes Segen. Weiter äußerte er seine Bereitschaft zu einem herzlichen, offenen und ehrlichen Dialog. Käßmann war am Mittwoch mit großer Mehrheit zur neuen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt worden. Ihr Vorgänger in diesem Amt, der Berliner Bischof Wolfgang Huber, war aus Altersgründen nicht mehr angetreten. Ihm dankte Kasper in einem weiteren Schreiben für die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. In der Ökumene sei Vieles erreicht worden, das Anfang des vergangenen Jahrhunderts völlig undenkbar erschienen sei, so Kasper in seinem Brief an Käßmann. „Auf diesem Fundament können wir weiter aufbauen und auch die noch anstehenden offenen Fragen in gegenseitigem Respekt und in ehrlichem Ringen um tragfähige Antworten angehen“.

 



Kirchliches Ehrenamt ist ein „zentraler Ausdruck des Glaubens“ (Foto: idea/Kretschel)

  EKD-Synode für stärkere Förderung des Ehrenamts   29.10.2009

Ulm (idea). Das Kirchenparlament der EKD hat sich für die Förderung ehrenamtlicher Tätigkeiten ausgesprochen. In einer am 29. Oktober in Ulm einstimmig verabschiedeten „Kundgebung“ unterstützt die Synode das Vorhaben der neuen Bundesregierung, ein Gesetz zur Förderung des Freiwilligenengagements zu erlassen.

Das Sozialversicherung- und Steuersystem seien ehrenamtsfreundlich zu gestalten. Ferner verdienten Unternehmen, die Mitarbeiter für ehrenamtliches Engagement freistellen, besondere Würdigung. Wichtig ist der EKD-Synode auch, dass Hindernisse beseitigt werden, die etwa Geringverdienenden, Arbeitslosen oder Migranten den Zugang zum Ehrenamt erschweren. Es wird auch darauf aufmerksam gemacht, dass die Verkürzung der Schulzeit und die Straffung des Studiums das ehrenamtliche Engagement von jungen Menschen einschränken. Die Synode fordert, Voraussetzungen zu schaffen, dass sich alle in einem Freiwilligendienst engagieren können. Die Arbeit von Ehrenamtlichen sei unersetzlich für den Zusammenhalt der Gesellschaft, heißt es.

Ehrenamt ersetzt nicht Hauptamt

Die ehrenamtliche Tätigkeit spiele traditionell in der Kirche eine große Rolle und sei „ein zentraler Ausdruck des Glaubens“. Dabei brächten sich Kirchenmitglieder auch in gesellschaftliche Aufgaben ein. In der Erklärung wird darauf hingewiesen, dass sich ein neuer Typ von Ehrenamtlichkeit entwickelt habe, der vor allem zeit- und projektbezogen engagiert sei. Die Kirche müsse sich dafür noch stärker öffnen und den Engagierten mehr Raum zur Entfaltung geben. Zum Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen heißt es, sie bildeten ein Team in der Kirche. Ehrenamtliche könnten und sollten aber Hauptamtliche nicht ersetzen. Die Altersgruppe der 25- bis 45-Jährigen sei unter den Ehrenamtlichen in der Kirche unterrepräsentiert. Der Einsatz von älteren Menschen werde immer noch unterschätzt.

 



Ev.-luth. Marktkirche St. Georgii et Jacobi in Hannover.

  2. Ökumenische Michaelis-Vesper   29.10.2009

Hannover (OMCT). Gemeinsam mit der Gemeinde der Marktkirche St. Georgii et Jacobi in Hannover feierte die Komturei Niedersachsen/Hamburg des Deutschen Tempelherren-Ordens OMCT am 20. Oktober 2009 zum zweiten Mal eine Ökumenische Michaelis-Vesper.

Der Abendgottesdienst fand unter geistlicher Leitung des evangelisch-lutherischen Superintendenten Thomas Höflich, Hannover, des römisch-katholischen Propstes Martin Tenge, Domkapitulars in Hildesheim, sowie des serbisch-orthodoxen Erzpriesters Milan Pejic, Generalvikars der Diözese für Mitteleuropa, einen würdigen Rahmen.

Die Michaelis-Vesper soll ein alljährliches sichtbares Zeichen gelebter christlicher Ökumene in Hannover setzen. Der biblische Erzengel Michael wurde gemeinsam mit dem Heiligen Georg als Patron des Rittertums in allen christlichen Konfessionen verehrt. Diese Tradition möchte der Deutsche Tempelherren-Orden im Sinne der Ökumene wiederbeleben.

 

 



Neuer ÖRK-Generalsekretär Pfarrer Dr. Olav Fykse Tveit (Foto: Peter Williams/ÖRK)

  Olav Fykse Tveit zum ÖRK-Generalsekretär gewählt   10.09.2009

Genf (ÖRK). Der norwegische Theologe und Pfarrer Dr. Olav Fykse Tveit (48) wurde am Donnerstag, 27. August, während der Tagung des Zentralausschusses zum siebten Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) gewählt. Tveit ist damit der jüngste Generalsekretär seit Willem A. Visser ‘t Hooft, der während der Aufbaujahre und bei der Gründungsvollversammlung vor 61 Jahren an der Spitze des ÖRK stand.

“Ich bin überzeugt davon, dass Gott mich zu dieser Aufgabe berufen hat. Ich glaube, wir haben eine Menge gemeinsam zu tun“ sagte Tveit in einer kurzen Dankesrede vor dem Zentralausschuss. Der ganze Prozess habe in einem Geist der Einheit stattgefunden, so Tveit. Er hoffe, dass dieser Geist auch den weiteren gemeinsamen Weg begleiten möge. Die Mitglieder des Zentralausschusses rief Tveit dazu auf, am Gebet für ihn festzuhalten: “Bitte hört nicht auf für mich zu beten!”

Für Martin Schindehütte, EKD-Auslandsbischof ist der Ausgang der Wahl ein “ganz wichtiger Neubeginn der Arbeit des ÖRK”. Er sei sehr froh darüber, dass die Wahl in einer “guten, konstruktiven Atmosphäre” abgelaufen sei. Er werte dies als Ausdruck eines “neu gewachsenen Vertrauens” im Zentralausschuss. Er rechne damit, dass Tveit auch die “inneren Entwicklungen, die der ÖRK vollziehen muss” voranbringen werde.

Christina Biere aus Greifswald sprach von einer “wunderbaren” Vorstellungsrede Tveits, in der er es verstanden habe, in authentischen Worten “Nord und Süd zu vereinen”. Wenn er in seine Amtszeit “auch nur ein bisschen” einbringe von dem Schwung der jungen Ökumeniker in Norwegen, die er in seiner Rede erwähnt hatte, dann könne man “sehr glücklich sein”.

“Die Stimmung nach der Wahl ist geprägt von Hoffnung,” erklärte Dr. Emilio Castro, der von 1985 bis 1992 ÖRK-Generalsekretär war. “Ich bin sicher, dass es bei diesem Prozess weder Sieger noch Besiegte gibt, sondern dass die ökumenische Bewegung gestärkt hervorgegangen ist. Ich bin überzeugt, dass die besten Jahre des ÖRK vor uns liegen.”

Nach Ansicht der württembergischen Pfarrerin Heike Bosien verbindet Tveit in seiner Person eine skandinavisch-europäische Perspektive mit einem “weiten Horizont”, den er durch seine vielen ökumenischen Erfahrungen bekommen habe. Damit sei ein “wirklicher Neuanfang im ÖRK” möglich.

Seit 2002 ist Dr. Olav Fykse Tveit Generalsekretär des Rats der Norwegischen Kirche für ökumenische und internationale Beziehungen. Tveit ist Mitglied der ÖRK-Plenarkommission für Glauben und Kirchenverfassung und Mitglied des Vorstandes und Exekutivausschusses des Christlichen Rates Norwegens.

Tveit war einer von zwei Kandidaten für die Wahl zum höchsten Amt des ÖRK. Weiterer Kandidat war Pfarrer Dr. Park Seong-won, presbyterianischer Theologe aus Südkorea. Tveit tritt die Nachfolge von Generalsekretär Pfarrer Dr. Samuel Kobia an, der im Februar 2008 dem ÖRK-Zentralausschuss mitgeteilt hatte, dass er für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung stehe. Kobia hat das Amt des Generalsekretärs seit 2004 inne.

> Biographische Informationen über Dr. Olav Fykse Tveit

> Text der Vorstellungsrede von Dr. Olav Fykse Tveit vor dem Zentralausschuss über seine Vision für den Rat (auf Englisch)

 



Der Osten ist so säkularisiert wie kein anderer Teil Europas (Foto: Pixelio/Klicker)

  Mehr Gottlose in Deutschland   18.08.2009

Berlin (idea). In Deutschland steigt der Anteil der Bürger, die dem christlichen Glauben gleichgültig oder ablehnend gegenüberstehen. Das geht aus ersten Ergebnissen der Europäischen Wertestudie 2009 hervor, die der deutsche Forschungsleiter, Prof. Wolfgang Jagodzinski (Köln), gegenüber Welt Online (Berlin) bekanntgegeben hat.

Der Anteil der Atheisten im Westen ist der Studie zufolge seit der Jahrtausendwende von vier auf etwa sieben Prozent gestiegen. Hinzu kommen 36,5 Prozent, für die Kirche nicht wichtig ist. 1981 lag dieser Wert noch bei 30 Prozent. Im Westen besucht jeder Fünfte mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst, im Osten nicht einmal jeder Zehnte, so die Studie. Sie ergab ferner, dass sich mehr als drei Viertel der Bürger in den neuen Bundesländern als nicht religiös bezeichnen. Auch wenn ein Vergleich der internationalen Ergebnisse erst Ende des Jahres möglich sein werde, könne man jetzt „schon mit ziemlicher Sicherheit“ sagen, dass der Osten Deutschlands hinsichtlich der Säkularisierung wieder an erster Stelle in Europa stehen werde, so Jagodzinski.

Gottlosigkeit nicht gleich Unmoral

Nach Angaben des Soziologen führt die wachsende Gottlosigkeit aber nicht zu einem Verfall von Sitte und Moral. So habe die Wertebefragung ergeben, dass die Bürger im Osten entschiedener als Westdeutsche gegen Drogenmissbrauch, Korruption, Steuerhinterziehung, Erschleichung  öffentlicher Leistungen, Schwarzfahren, Lügen, Seitensprünge oder Prostitution seien. Von den Westdeutschen würden lediglich die Fragen nach Abtreibung, Scheidung, Selbstmord und Todesstrafe strikter verneint. Jagodzinski zufolge legen die Ergebnisse nahe, dass in den neuen Bundesländern ein vom Glauben unabhängiger Handlungskodex bestehe, der sich kaum von dem gläubiger Menschen unterscheide.

 





  Ökumenischer Gottesdienst zum Schöpfungstag   08.08.2009

Hildesheim (GlaubeAktuell.net/bph). Wenn Kirche glaubwürdig sein soll, dann muss sie auch für die Umwelt eintreten – in Tat, aber auch im Gebet. Das Bistum Hildesheim hat daher gemeinsam mit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover und der Serbisch-orthodoxen Diözese für Mitteleuropa die Vorlage für einen ökumenischen Gottesdienst zur Schöpfung erarbeitet. „Gott, du Lebensenergie. Ökumenischer Gottesdienst zum Schöpfungstag“, so der Titel des Heftes.

Spätestens seit der ersten ökumenischen Versammlung in Basel 1989 gehöre es zu den Grundeinsichten der Kirchen, dass die Bewahrung der Schöpfung zur Glaubwürdigkeit der Kirchen und zum Christsein dazu gehöre, schreibt Dr. Dagmar Stoltmann-Lukas, Leiterin der Diözesanstelle Ökumene im Bistum Hildesheim, im Begleitbrief zur Gottesdienstbroschüre, denn „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung gehören zusammen.“ Von den Auswirkungen des Klimawandels seien vor allem Arme und zukünftige Generationen betroffen. Es drohen Kriege um den immer weniger werdenden fruchtbaren Boden. „Schöpfung bewahren heißt dem Frieden dienen“, zeigt sich die Ökumenereferentin des Bistums überzeugt.

Das Heft „Gott, du Lebensenergie. Ökumenischer Gottesdienst zum Schöpfungstag“ macht Vorschläge für einen Gottesdienst zum Thema Schöpfung und Energie. Er enthält Lieder aus dem evangelischen Gesangbuch und dem katholischen „Gotteslob“, sowie Vorschläge für Gebete und Fürbitten. Eine „Energie-Collage“ für drei Sprecher und ein interkulturelles Bekenntnis zur Schöpfung vervollständigen das umfangreiche Heft.

Die Herausgeber schlagen den Gemeinden vor, im Zeitraum zwischen dem 1. und 4. September einen „Schöpfungstag“ zu feiern. In diesen Zeitraum fallen der orthodoxe Schöpfungstag und das Erntedankfest. Auch die Dritte Europäische Versammlung hatte 2007 in Sibiu empfohlen, dass diese Zeitspanne „dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet wird, um den Klimawandel aufzuhalten.“

Das Bistum Hildesheim und die evangelisch-lutherische Landeskirche feiern am Samstag, 19. September, um 15 Uhr einen gemeinsamen ökumenischen Schöpfungsgottesdienst in der Marktkirche Hannover. Generalvikar Dr. Werner Schreer vertritt das Bistum.

> Download der Gottesdienstbroschüre